Zugvögel

Today is the day!

Ich liege im Bett und kuriere mich aus. Der grippale Infekt hat auch mich vollends erwischt, nachdem ich eigentlich gedacht hatte, ich käme dieses Mal glimpflich davon. Aber falsch gedacht – es ist so, wie es ist. Tatsächlich tut es mir immer noch gut, Ruhe zu finden, Erholung zu bekommen, auch von all den ganzen seelischen Strapazen der vergangenen Monate. Zeit für Bücher, Netflix, Matchenkram und Nachdenken zu haben. Langeweile Deluxe im Hause Mai. Während ich hier in meinem Bettchen liege und gerade noch in den gedanklichen Nachwehen der soeben beendeten Dokumentation bin, höre ich von unten mal wieder unfreiwillig ein Gespräch zwischen unserem Blockwart und einer anderen Person mit.

Blockwart hört sich echt übel an, aber tatsächlich bin ich glaube ich die einzige, die an ihm und seiner Frau vorbeikommt, OHNE ein über alle Stockwerke schallendes Gespräch über Urlaub, das Wetter oder dem Gesundheitszustand halten zu müssen (bei dem Thema Seniorenreisen habe ich letztens fleißig mit geschrieben, welche Anbieter als besonders empfehlenswert gepriesen wurden und bei welchem Hausarzt man am besten ein Rezept für eine Kur, die man dann bei diesen Reiseveranstaltern einreichen kann, bekommt. Immerhin ist es ja bei mir auch irgendwann soweit, wer weiß wie lange ich noch dem Individualtourismus frönen kann). Jeder der vorbeigeht grüßt jederzeit höflich zu dem auf seinem vorderen Balkon residierenden Blockwartpärchen. Oder ist das vielleicht sogar die heimliche Familie Corleone di Findorff? Oh je, ich muss vielleicht mal über mein Verhältnis zu denen nachdenken, wobei er ja schon meine Wohnung und meine privaten Verhältnisse nebst meiner Kühltruhe am Tag meines Umzugs kennen gelernt hatte, als er auf einmal ungebeten und ungefragt in meiner Wohnung stand und meinem Umzugsunternehmen und mir Tipps gab, wie wer was zu machen hätte. Aber worauf wollte ich hinaus? Ach ja, ich hörte also ein Gespräch zwischen meinen Nachbarn.

Einer von beiden schrubbte und fegte gerade den Gehweg. Mein Schlafzimmer geht nach vorne zur Straße raus, was aber ganz fein ist, denn es ist eine verkehrsberuhigte Zone und direkt vis-à-vis von einer Schrebergartenkolonie. Es ist also wirklich bis auf die Balkongespräche und hin und wieder einem vorbeifahrenden Auto sehr ruhig. Der lauteste Verkehrsteilnehmer ist tatsächlich ein älterer Herr (geschätzt mindestens rüstige 70 Jahre) mit seinem elektrischen Sitzroller, der mit beachtlichem Tempo und noch beachtlicherem Soundsystem unterwegs ist. Seine Playlist ist unfassbar vielfältig (ich wollte immer schon mal nachgucken, ob er einen Spotify Account hat und wäre sofort ein neuer Follower) und laut und heute kurvte er mit „Living on a prayer“ von Jon Bovi durch die Nachbarschaft. Letztens schallte „An Tagen wie diesen“ hoch zu meinem Balkon, aber ich glaube im Herzen ist er ein Rocker. Also, es hier fast schon idyllisch, wirklich!

Der Gehwegschrubber beschwerte sich beim Don gerade über einen falsch parkenden Autofahrer und überhaupt, wie renitent doch viele Mitmenschen wären, keinen interessiert es mehr, wenn sie die Straße blockierten, so dass man nur noch mit Schwierigkeiten passieren könnte und so weiter und so fort. Ich blendete das Gequatsche aus Desinteresse langsam aus und kehrte zu meinen Gedanken zurück. Die Dokumentation, die ich gerade gesehen hatte, heißt „The magic Pill“ und befasst sich mit einem meiner Themen seit ich denken kann. Ernährung, die richtige Ernährung individuell gesehen, aber mit einem Fokus auf Globalität in Bezug auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Ohne weitere Ausbeute der natürlichen Ressourcen, back to the roots, weg von industriell hergestellter Fertignahrung. Ob nun wirklich mehr Fett, Fleisch und Fisch die Menschheit rettet, der Film befürwortet die so genannte Keto-Diät, oder einfach nur eine andere, nachhaltigere und unbedingt weniger industriell verarbeitete Form von Ernährung schon ein guter Anfang wäre, das sind so meine Gedanken, denen ich schon so lange folge und für mich mal mehr oder weniger gut praktiziere. Ja, auch ich kaufe hin und wieder fertige Lebensmittel, aber tatsächlich versuche ich so viel wie möglich selbst herzustellen. Weil es geiler ist und besser schmeckt, weil es gesünder ist. Manchmal sogar günstiger, aber das war und ist noch nie mein Hauptantrieb gewesen.

Ich dachte also über mich und meine Steckenpferde nach und darüber, was meine Zukunft sein könnte, wenn ich das was ich liebe und mich in meiner Freizeit motiviert eventuell zu meiner Berufung machen könnte. Wie lange quatsche ich schon davon, mein eigenes kleines Restaurant zu eröffnen oder eine Suppenküche oder ein Business mit Essen, Backen und selbstgesiedeter Seife und Kosmetik ohne Verpackung. Alles das, was ich immer so nebenbei gemacht habe, mal mehr oder weniger gut, aber immer nur nebenbei, für Freunde oder als Weihnachtsgeschenk. Und ja, ich weiß, dass es sich spinnert anhört und dass in der letzten Zeit tausende kleine Startups mit hausgemachten Suppen in Weckgläsern oder Seifenmanufakturen auf den Markt geschwemmt wurden und ich mit meiner Idee bestimmt nicht die Erste bin. Oder Foodblogs, auch wenn ich Schreiben sehr mag und wohl ganz gut kann, finde ich zumindest. Ist ja auch alles nur ein Träumchen, nicht ausgereift, noch nicht manifestiert genug, um auf die Welt losgelassen zu werden. Vielleicht gibt es für mich ja auch erst mal noch viel zu lernen, mich weiter zu bilden, bevor ich mit meinem Business aufbreche. Wann habe ich zuletzt etwas gelernt? Das wurde ich letztens gefragt. Ich musste ziemlich lange zurückdenken, vor ungefähr 6 Jahren habe ich Kraulen gelernt. Ich konnte natürlich auch damals schon schwimmen, aber so richtig Freistil war nicht meins. Und dann vor 5 Jahren habe ich Laufen gelernt, also Joggen. Und das war es. Seitdem weiterbildungsmässiger Stillstand. Natürlich, ich lerne fast täglich dazu, aber etwas das man vorher nicht konnte oder wusste, etwas das tiefer geht, fundierter, das ist schon lange her. Einer meiner ersten Studienwünsche war neben Gesang und Schauspiel Oecotrophologie. Ich weiß nicht, wie ich davon abgekommen bin oder was mich gehindert hat. Denn das ist wirklich ein Feld, welches mich Zeit meines Lebens begleitet, mich interessiert und mir immer wieder Entwicklungsmöglichkeiten beschert hat.

Während ich also kontemplativ meine innere Kreativität immer weiter fließen lies, das Gespräch der Herren vom Bürgersteig als Untermalung meiner Gedanken immer weiter in den Hintergrund verschwand, hörte ich auf einmal einen Höllenlärm am Himmel. Ich lauschte weiter und auf einmal hüpfte mein Herz und ich aus dem Bett und sprintete zum Fenster. Zugvögel! So laut und genau über unserem Haus. Das Bremer Blockland ist ja bekannt für seinen Vogelreichtum und insofern ist es sicherlich nicht ganz so spektakulär, Vogelschwärme zu sehen. Aber dennoch. Der Lärm und die Formation am Himmel, das war für mich schon echt beeindruckend. Und es hörte gar nicht auf. Nachdem der erste Schwarm lärmend und in perfekter V-Form über mich hinweggezogen war, ging ich glücklich wieder zurück ins Schlafzimmer. Ein paar Minuten später wiederholte sich das soeben geschilderte und wieder hüpfte ich voller Freude aus dem Bett und stürmte dieses Mal auf den Balkon. Meine Nachbarn sind schon an den Anblick von Matchen in Pyjama auf dem Balkon gewöhnt, ich kenne da keine Scham. Ich also mit wirrem Haar, roter Nase und glänzenden Augen dem nächsten Schwarm nachblickend, der bei perfekter blauer-Himmel-Schäfchenwolken-Kulisse gen Süden flog.

Als ich also zum zweiten Mal zurück ins Bett krabbelte, wollte ich den immer noch lamentierenden Nachbarn zurufen: Hört doch auf mit dem Beschweren, guckt nach oben! Das ist doch viel schöner als sich über falschparkende Mitmenschen zu echauffieren! Das ist der Kreislauf des Jahres, des Lebens. Der Natur und der Zeiten. Guckt mal, was es sonst noch so gibt. Natur. Leben. Freude, einfach so.

Ich hatte mich bei diesem Mal ins Bett hopsen mit Laptop und Stromversorgung bewaffnet, weil ich meine Recherche über Fernstudiengänge oder Weiterbildungsmöglichkeiten auf dem Gebiet der Ernährungswissenschaften nicht auf dem Handy fortsetzen wollte. Gerade hatte ich mich wieder zugedeckt, gab es ein erneutes Himmelsspektakel und ich dachte mir: Oh no, nicht schon wieder. Aber es zog mich erneut nach draußen, ich musste mir auch diesen Schwarm angucken. So hüpfte ich also noch ein paar Mal zwischen Bett und Balkon hin und her und jedesmal freute ich mich, aus tiefstem Herzen, diesem Schauspiel beizuwohnen. Mittlerweile gucke ich nur kurz hoch und mache ein gedankliches High-Five zu den Vögeln am Himmel, es ist nämlich schon Zug elf oder zwölf der hier vorbeizieht.

Hey Guys, habt einen schönen Flug und kommt heil und gesund wieder. Ich freue mich schon auf Euch, wenn Ihr zurück kommt.

Die Zugvögel folgen ihrem Instinkt, ihrer Natur. Ganz esoterisch und glückskeksmässig war das für mich ein Zeichen, dass gerade heute, als ich hier gezwungenermaßen im Bett liege und mir einen Film angesehen habe, der mich zu mehr als nur zum Nachdenken angeregt hat, ich dieses Naturschauspiel verfolgen durfte. Gerade heute. Today is the day! Lucky Mushroom am I.

Legenden

Ich bin gestern kurz vor dem Weckerklingeln aufgewacht und hatte das Lied „The End“ von The Doors im Kopf. In dem Traum, den ich kurz davor hatte, an den ich mich aber gar nicht mehr erinnern kann, kam die Band vor, entweder lief das Lied in der Szene des Traums gerade oder jemand erzählte mir davon. Tatsächlich habe ich gefühlt seit über 20 Jahren The Doors nicht mehr regelmäßig gehört. Daher war ich ziemlich erstaunt, aus welcher Gehirnwindung diese Erinnerung auf einmal hergekommen ist und warum gerade jetzt. Ich erinnere mich auch nicht, kürzlich etwas zu Jim Morrison gelesen, gehört oder gesehen zu haben, welches mein Kurzzeitgedächtnis hätte abspeichern können und jetzt träumend verarbeitet.

Als ich das letzte Mal ganz bewusst mit The Doors konfrontiert worden bin, lebte ich noch in Italien und hatte eine kurze Beziehung zu einem Typen, der Jim Morrison ganz wunderbar fand und ihm auch noch total ähnlich sah. Der junge Mann, in den ich mich verknallt hatte, konnte mit Mitte zwanzig schon auf eine mittelschwere Drogenkarriere zurückblicken und kam, als ich ihn kennen lernte, gerade frisch von einem Kaltentzug aus einem Boot Camp der Scientologen aus den USA zurück, in welches er von seinem strengen, sehr wohlhabenden Vater geschickt worden ist. Weder er noch ich waren Scientology-affin und obwohl ich damals schon eine absolute Aversion gegen harte Drogen hatte (und immer noch habe) war ich in ihn verschossen und wir waren eine Zeit lang zusammen. Wir sind mit unserer Clique an den Wochenenden durch Mailand gezogen und in einem ganz schönen Kurzurlaub zeigte er mir seine Heimat Apulien. Und Jim sang den Soundtrack dazu.

Ich habe mir gestern Morgen dann gleich von meinem elektronischen Helferlein „The End“ und „Riders on the storm“ vorspielen lassen und erinnerte mich an den wahnsinnig authentischen Film über die Band. Ich behaupte mal, dass es keine Menschen in meiner Leserschaft gibt die The Doors jemals live gesehen haben, aber als ich die Musik hörte dachte ich: Mensch, das wäre sehr geil gewesen, die mal live erlebt zu haben. Ist ja fast wie in Woodstock mit dabei gewesen zu sein und wer kann das schon von sich behaupten aus unseren Breitengraden kommend und in unserem Alter? Was für ein Erlebnis und vor allem das dann auch erzählen zu können: ich war beim legendären Woodstock Happening mit dabei. Ok, beim ersten Roskilde oder den Anfängen des Wacken Open-Air wäre auch geil. Man kann ja auch bescheiden sein.

Jedenfalls ist mir bei dem „mit-meinen-Gedanken-abhängen“ wieder einmal klar geworden, wie schön Konzerte und Musikfestivals sind, was für wunderbare Erlebnisse man miteinander teilt, ob man sich kennt oder nicht. Ich bin sehr froh darüber, dass ich vor ein paar Jahren Menschen kennen gelernt habe, die sich zwar sehr locker, aber immer sehr regelmäßig bei Konzerten oder Festivals treffen und ich, obwohl ich nicht so exzessiv auf Konzerten zu finden bin wie diese tollen Menschen, dann trotzdem immer mit aufgenommen werde, wenn ich mich mal wieder dorthin verirre und dann nicht alleine abhängen muss. Oftmals ist es total lustig, wenn sie dann erzählen und darüber ins Schwärmen geraten, wann und wo sie diese oder jene Band schon mal gesehen haben und was die da und da gespielt haben und und und. Ich sitze dann da und höre zu und freue mich. Ich kann meistens nicht mitreden, aber das ist gar nicht schlimm.

Gestern las ich irgendwo eine Ankündigung für ein Jamie Cullum Konzert im nächsten Jahr im Hamburger Stadtpark. Die Ankündigung begann mit dem Satz: „In Erinnerung an das legendäre Jamie Cullum Regenkonzert im Hamburger Stadtparkt vor mittlerweile 10 Jahren“. Wie der Satz dann weiterging weiß ich nicht mehr, aber ich hüpfte sofort in die Höhe, denn bei dem Konzert war ich dabei! Juchu! Und jemand schreibt, dass es legendär gewesen ist! Doppeljuchu! Ob man ein Jamie Cullum Konzert nun mit Woodstock oder The Doors Erlebnissen vergleichen kann, ist mir grade schnurzpiepe. Ich war dabei und dann fiel mir ein, dass es für mich auch eine ziemlich coole Geschichte zu diesem Konzert gibt. Ich bin nämlich wie die Jungfrau zum Kind zu diesem Erlebnis gekommen.

Zwei Freundinnen von mir haben mich damals in Hamburg besucht, da sie zwei Karten für das Konzert in einem Preisausschreiben gewonnen hatten und noch eine Übernachtungsmöglichkeit brauchten. Die eine lebte damals in Bad Homburg und die andere Freundin in Berlin, wir kannten uns alle aus unser gemeinsamen Zeit in Frankfurt und so haben wir uns dann eben bei mir in Hamburg getroffen. Ich weiß noch, dass es ziemlich schwierig war noch eine Karte für mich für das ausverkaufte (und legendäre wie wir heute wissen) Konzert zu bekommen, aber irgendwie haben wir es geschafft (with a little help from my friends).

Ja, und es stimmt, wir alle waren nass bis auf die Knochen, aber wir haben alle getanzt und mitgeklatscht und niemand hat sich das Erlebnis durch den Regen vermiesen lassen. Es war wirklich LEGENDÄR!


Beweise: https://www.abendblatt.de/kultur-live/article107991085/Tropfnasser-Jamie-Cullum-gab-bestes-Konzert-2010.html

https://www.shz.de/deutschland-welt/kultur/jamie-cullum-der-mit-dem-regen-spielt-id2416361.html

Glückskeksspruch

Manchmal frage ich mich, wie es Generationen vor uns geschafft haben zu überleben, ohne diese ganzen „Power of Positivity“ Sprüche oder den „Einhornglitzer-“ und „Chakka-Du-schaffst-alles“ Apps. Wobei. Aufmunterungssprüche gab es schon. Nur halt nicht so massiv, ständig, überall. Auf jedes Tief des Gemüts folgt ein Glückskeksspruch und sie sind ja immer so stimmig und passig und auf einmal schwebt man wieder durch das Leben, als wäre nix gewesen. Kein blöder Chef, kein Lover der einem das Leben vermiest, wahlweise durch An- oder Abwesenheit, kein Wetterdrama kann einem mehr etwas ausmachen. Alles ist auf einmal wieder groovy, dank eines Spruches.

Ich nehme mich ja nicht aus, ich bin seit jeher schon ein großer Fan von Postkarten mit witzigen Sprüchen drauf und kann mich auch fast nie beherrschen, wenn ich irgendwo Pummelchenkommentare lese oder Frühstücksbrettchen mit den lustigen Slogans „Now-we-have-the-Salad“ oder „What-must-that-must“ im Angebot sind (ja, hab ich. Mir gekauft. So.) In Zeiten von Facebook und Co. ist es ja nun aber so, dass man förmlich überschüttet wird mit Aufmunterungszeilen und Schulterklopf-Durchhalteparolen. „Hinfallen, Aufstehen, Staub abklopfen, Weitergehen (in abgewandelter Form „Hinfallen, Aufstehen, Einhorn streicheln, Weiterreiten“) ist wahrscheinlich das populärste unter den Quotes.

Aber wann hat das alles angefangen? Mit Sarah Kay? Was war ich ein großer Sarah Kay Fan, ich hatte mehrere Riesenbuttons mit so schönen Sprüchen wie „Auf Regen folgt Sonnenschein“ oder „Seid nett zueinander“ und dann einem Bild dieses niedlichen Mädchens mit Stupsnase und Jeans oder überdimensioniertem Ballonhut drauf, die so aussah als wäre sie geradewegs aus meiner Lieblingsserie „Unsere Kleine Farm“ den Hügel hinuntergekullert und dann direkt in den Button gesprungen. Zack. Gepresst. Button.

Den frommen Bibelversen, welche früher noch in mühevoller Handarbeit auf Leinen gestickt wurden, wird heutzutage mit farbenfrohen und glänzenden Drucken der Rang abgelaufen. Je bunter, desto Glückskeks. Oder aber auch in feinster Buchdruckerkunst, typographisch total schnieke und edel in taupe-weiß und möglichst großformatig. Kenn ich. Habe ich jedes Jahr in Kalenderform an meiner Wand hängen.

An unserem Schlüsselbrett hing seinerzeit ein Mini-Kupfer-Pfännchen (wahrscheinlich irgendein Mitbringsel aus irgendeinem Urlaub) auf dem der Knallersatz „Lieber Gott, erhalte mir meine guten Ausreden“ stand. Bei meiner Nenn-Oma wurde es dann noch praktischer: „Fünf sind geladen, zehn sind gekommen. Gieß‘ Wasser zur Suppe, heiß‘ alle willkommen.“ Das waren doch noch mal Lebensweisheiten, da kann sich die einhornreitende Glitzerfee aber mal ganz gepflegt hinten anstellen.

Fazit: Die Moral hebende Aufmunterungen in Spruchform zum irgendwo hinhängen gab es immer schon. In diesem Sinne „Hopfen und Malz, Gott erhalt’s“. Prost.

*Die eingefügten Bilder sind vom Kühlschrank meiner besten Freundin abfotografiert. Da gibt sich das who-ist-who der Glückskekssprüche ein Stelldichein, ich sage es Euch!

Waldesnacht

Waldesnacht, du wunderkühle, 
Die ich tausend Male grüß‘,
Nach dem lauten Weltgewühle,
O wie ist dein Rauschen süß!
Träumerisch die müden Glieder
Berg‘ ich weich ins Moos,
Und mir ist, als würd‘ ich wieder
All der irren Qualen los.

Als ich Dich auf meiner Lichtung im Wald traf, lachtest Du mich an und mit Dir kam die Liebe in mein Leben. Wir machten uns gemeinsam auf den Weg und sind zusammen ein paar tausend Schritte gegangen. Oft sind wir umgeknickt, umgefallen, immer wieder aufgestanden. Manchmal warst Du mir ein paar Schritte voraus, meist bin ich aber losgestürmt. Auf halber Strecke habe ich mich umgedreht, weil ich irgendwann bemerkte, dass Du nicht mehr bei mir warst. Ich war viel zu schnell mit meinem Tempo und meinen Geschichten. Dann bin zu Dir zurückgelaufen. Du hast mich dann immer wieder angelacht und in Deine Arme genommen und zu mir gesagt: Da bist Du ja!

Oft habe ich Dich an die Hand genommen und Dich gezogen, in mein Vorwärts und mein Weiter. Ich habe mich abgemüht, für zwei voranzugehen, habe nicht aufgehört und wenn, dann bin ich oftmals ganz erschöpft auf einen kühlen Stein gesunken und war ganz kaputt und erledigt. Vor lauter abmühen und schubsen und ziehen und Wege finden und Wege suchen und abmühen und schubsen und ziehen und Wege finden und Wege suchen und……..

Fernes Flötenlied, vertöne,
Das ein weites Sehnen rührt,
Die Gedanken in die schöne,
Ach! missgönte Ferne führt.
Laß die Waldesnacht mich wiegen,
Stillen jede Pein!
Und ein seliges Genügen
Saug‘ ich mit den Düften ein.

Und jetzt bin ich ganz alleine. Tief im dunklen Wald, anstatt auf dem halbwegs hellen Weg. Die Lichtung ist in weite Ferne gerückt. Ich schaue mich um. Ich bin die letzten Monate immer tiefer in das Dickicht hineingegangen, ohne mich umzusehen oder innezuhalten. Ich habe gar nicht mehr überlegt, wohin ich denn eigentlich laufen möchte. Ich habe mich fluchend und kämpfend mehr um die Raubtiere und die Lianen gekümmert, als um mich. Oder um Dich. Um uns. Und nun sitze ich hier, im dunklen Wald und habe den Kopf auf meine Knie gelegt.

In den heimlich engen Kreisen,
Wird dir wohl, du wildes Herz,
Und ein Friede schwebt mit leisen
Flügelschlägen niederwärts.
Singet, holde Vögellieder,
Mich in Schlummer sacht!
Irre Qualen, löst euch wieder;
Wildes Herz, nun gute Nacht!

(c) Waldesnacht, Paul Heyse (1830-1914), aus: Der Jungbrunnen
Das Lied wurde u.a. von Johannes Brahms vertont und ist in der Fassung für mich eines der schönsten Lieder für gemischten Chor, das ich je singen durfte.

Eigentümlich

Heute bin ich das erste Mal seitdem ich in meiner neuen Wohnung lebe mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren. Ich hatte es mir schon die ganze Zeit vorgenommen, lediglich hatte ich immer vor oder nach der Arbeit Bedarf an automobiler Unterstützung, daher erst heute. Der Weg ist das Ziel und mein neuer Arbeitsweg ist noch schöner als der alte, wenn auch kürzer. Also heute wenigstens etwas sportlich, wurde auch langsam mal Zeit.

Auf dem Heimweg dann rollte ich einigermaßen fröhlich ob des schönen Wetters und meiner heutigen sportlichen Mini-Betätigung auf den heimischen Fahrradkeller zu und zückte den Schlüssel, um die Außentür zu öffnen. Hinter mir ertönten zunächst freundliche Stimmen, ein älteres Ehepaar stieg direkt hinter mir vom Fahrrad ab. „Ach, das trifft sich ja gut, dass Sie uns die Tür öffnen“, witzelte der Herr. Ich lachte und gab irgendwas launiges als Antwort und nestelte weiter am Schloss. Gerade mal zwei Sekunden hatte ich Zeit um den Schlüssel umzudrehen als ich schon die nächste Ansprache bekam. „Kann ich Ihnen helfen, kommen Sie zurecht?“ „Äh“, ich drehte mich um. „Jaaaa? Den Schlüssel ins Schloss stecken bekomme ich schon ohne Hilfe hin, danke!“ „Schauen Sie, WIR stellen ja immer die Tür fest, damit da keine Schrammen dran kommen. Ihr Fahrrad steht da ja jetzt direkt vor der Tür und blockiert alles.“ Die Dame zum Herrn meldete sich mit spitzem Tonfall, welcher keinerlei Erwiderung duldet, zu Wort.

Aha. Ich schaute mich kurz um, lächelte etwas gequält und schob mein Fahrrad dann durch das nun hoch wie ein Scheunentor geöffnete Pförtchen in den Keller. Ich merkte schon, dass sich hinter mir Unmut entwickelte, eine kurze atmosphärische Spannung entlud sich in folgendem Satz. Möglicherweise hatte ich nicht gebührend genug auf den Türfeststellhinweis bzw. die Andeutung, dass ich der Tür anscheinend mit meinem Fahrradreifen Streifen zugefügt hatte, reagiert. „Ich kenne Sie ja noch gar nicht, sind Sie gerade hier eingezogen?“ „Ja“, sagte ich nun endlich mich dem spitzen Tonfall der Dame des gesamten Miethauses anpassend, „ja, ich bin ganz frisch hier eingezogen.“ „Ach, ja, ich habe Sie ja noch gar nicht gesehen.“ Auf diesen Satz fiel mir gerade keine passende Antwort ein, also schwieg ich bedeutend und stellte mein Rad im Fahrradkeller ab. Ich wusste natürlich, worauf meine Nachbarin hinauswollte, aber ich wollte grade nicht. Störrisch wie mein Drahtesel. So!

„Also, wir sind die L.s und wohnen im 5. Stock.“ Aha. „Und ich bin die Frau Mai und wohne im 3. Stock“, vollendete ich die mir mittlerweile echt zu doof geratene nachbarschaftliche Vorstellungsrunde. „Ach, den Namen habe ich schon gesehen“, meinte Frau L. sehr betont. „Wissen Sie, ich habe letztens auf Ihren Briefkasten ein Schild mit „Bitte keine Werbung“ geklebt. Haben Sie das schon gesehen?“ „Nein, das habe ich noch nicht gesehen“ antwortete ich, aber bevor ich mich wundern beziehungsweise sie fragen konnte, was sie denn mit meinem eigenen kürzlich ordentlich aufgeklebten Anti-Werbungs-Schild gemacht hat und was daran verkehrt gewesen ist, kam gleich die finale und für mich (mund-) totmachende Spitze auf dem Fuß. „Wissen Sie, ich kümmere mich manchmal um solche Dinge und wir haben in der Eigentümerversammlung darüber entschieden, damit das einheitlicher aussieht und nicht jeder seinen Aufkleber kreuz und quer klebt. Wir wollen das hier ordentlich und nett haben.“

Ich schaute sie nur schweigend an und da ich mittlerweile mein Fahrrad hoffentlich ordnungsgemäß verstaut hatte ging ich mit einem „Dann wünsche ich Ihnen noch einen schönen Abend“ von dannen. Herr L. hatte sich mittlerweile schon vor die Tür geflüchtet und schob mit seinem Schuh etwas Erde vom Gehweg wieder in das den Weg säumende Beet. „Das war ich nicht, ich habe hier nichts schmutzig gemacht und bin mit meinem Fahrrad nur auf dem Weg geblieben!“ wollte ich Herrn L. zurufen, in der Hoffnung, dass ich nicht auch noch wegen eines dritten Vergehens an den Eigentümerpranger gestellt werde. Tatsächlich sagte ich nichts, schlich den Weg zurück zum frisch beklebten Briefkasten, beäugte kurz das leuchtend rote Werbe-Warnschild darauf und holte meine Post. Fast hatte ich Angst dort ein Pamphlet mit meinen bisherigen Verfehlungen vorzufinden. Oder eine Eigentümer-an-schluderige-Mieter-Verfassung, die mir meine Vermieterin leider bei Unterzeichnung des Mietvertrags vorenthalten hatte und in der ich dann alle wichtigen Verhaltenscodices für die Wohnanlage finden würde.

Den Weg vom Briefkasten über die Haustür in den dritten Stock zu meiner Wohnung legte ich schnellen Schrittes und mit gesengtem Kopf zurück und atmete erst auf, als sich meine Wohnungstür hinter mir schloss. Fast beschlich mich ein Gefühl der Wertlosigkeit ob ich denn überhaupt die Eignung hätte, in diesem Haus wohnen zu dürfen. Zum Glück schlich dieser Gedanke schnell weiter.

Tatsächlich sitze ich jetzt hier und überlege, ob ich der Eigentümerversammlung eine Rechnung über mein Frau L. zum Opfer gefallene Bitte-keine-Werbung-Schild schreiben sollte. Hat schließlich auch etwas gekostet. Ok, ich selbst habe dafür nichts bezahlt sondern es vom Bagelmann geschenkt bekommen, der Mann kauft sowas ja gleich als erstes ein, wenn ein Umzug ansteht. Ich würde in 10 Jahren nicht daran denken und da in der Packung immer gleich fünfzig Stück oder so sind, war ich Nutznießerin, denn pro Wohneinheit hat man ja meistens nur einen Briefkasten. Also, wenn ich mich dann schon mit den eigentümlichen Nachbarn hier anlege und eine Rechnung über Einsfuffzig schreibe, werde ich gleich auch noch darum bitten, mich zukünftig vorher anzusprechen, wenn sich nochmal jemand befähigt fühlen sollte einfach etwas an den mir mietvertraglich überlassenen Objekten abzuknibbeln oder zu verändern.

Echt jetzt mal.

Im Weltraum ist alles leichter

Wäre ich ein Astronaut, dann würde ich in erster Linie leichter sein. Nicht dünner oder so, sondern alles wäre durch die Schwerelosigkeit aufgehoben. Nichts ist mehr fest, alles schwebt. Ich würde durch das All gleiten und die Erde aus der Entfernung als Ganzes betrachten. Ich würde einen Raumanzug tragen und so eine überdimensionierte Glaskugel mit Sichtschutz auf dem Kopf balancieren. Vielleicht würde ich dann auch erkennen, wie groß das Große und wie ganz das Ganze wirklich ist und was es bedeutet, das alles.

Denn jetzt gerade sitze ich hier, nach 47 Jahren auf diesem wunderschönen Planeten, und fühle mich das erste Mal gestrandet und so als wüsste ich nichts mehr. Nicht mehr wohin, nicht mehr weshalb, nicht mehr wann. Nach ganz vielen wunderschönen Jahren mit Erfahrungen die mich bereichert haben, nach Erlebnissen, die mich geprägt haben, nach hunderttausenden Dingen, an denen ich mich erfreut habe, und ganz vielen anderen, die mich wütend, traurig und unbeherrscht haben werden lassen, bin ich grade mutlos, absichtslos, trotzdem ganz und gar nicht schwerelos.

Als Astronaut hätte ich bestimmt ganz andere Dinge zu tun, als über mich und die äußeren Umstände nachzudenken. Da wäre ich schon perfekt und würde gut funktionieren. So mit allem würde ich gut funktionieren, mit dem da drinnen und dem da draußen. Ich müsste einen kühlen Kopf haben, wenn ich in meiner Kapsel die Erde auf einer Umlaufbahn umschwebte und auf einmal ein unvorhergesehener Alarm losschlagen würde. Eine atmosphärische Störung, auf die meine empfindlichen Geräte sofort reagieren und ich dann natürlich auch. Aber nicht mehr so wie hier auf der Erde, also plötzlich und unbeherrscht und laut und so. Nein. Ganz anders. Ruhiger, in blau, ganz kühl.

Als Astronaut würde ich mich fühlen wie ein Schmetterling, der leicht dahinfliegt auch wenn die Luft dünner wird. Ich wüsste als Weltraumreisender, wie man alle Wogen glättet und würde durch das All, welches dann mein Lebensraum ist, wie ein geübter Tänzer auf dem Seil balancieren. Ich würde weise handeln und ruhig bleiben, wenn der Sturm kommt. Ich würde träumen und denken und mich dann dabei verlieren, wie ein Kind beim Spielen. 

Tatsächlich werde ich wohl niemals Astronaut. Ich habe Angst vor der Höhe und fliege gar nicht gerne. Also werde ich hier auf der Erde weiter versuchen Leichtigkeit zu erlangen, zu lieben und zu lachen als wäre es ein Kinderspiel. Aus meinen Lebenskreisen werde ich eine Spirale formen, nur um nicht immer wieder am selben Punkt anzukommen und immer wieder neu anzufangen wie bisher. Eine Spirale, ein buntes Windspiel, das sich um die eigene Achse dreht. Und an die Seitenränder hänge ich Glitzerbänder und Lametta, welche sich in der Sonne spiegeln. Und ich schaue es mir an und dann würde ich schweben, als wäre ich im All. Nur halt geerdeter, irgendwie.

Aluphobie

Ich gehöre zum Glück nicht zu den Menschen, die unter irgendeiner Form von Angststörung leiden. Auch möchte ich mich weder lustig machen noch Phobien ins Lächerliche ziehen. Dieses schon mal vorweg geschickt.

Aber jedes Mal wenn ich Medikamente nehmen muss, was zum Glück auch eher selten ist, und es keine Globuli sind oder Cremes zum Einreiben der Haut oder der Nasenschleimhäute, habe ich Angst, den kleinen fitzeligen Alukreis, der beim Ausdrücken aus der Blisterpackung entsteht, mitzuschlucken. Also, dass ich die Tablette oder die Kapsel (und in dem Fall wäre es ja kein Alukreis, sondern ein Aluei oder Aluamericanminifootball) inklusive Verpackung so herausdrücke, dass er von mir unentdeckt am Medikament klebt und ich eine ungewollte Portion Metall esse.

Tatsächlich stopfe ich die Dosis anwasauchimmerfürPillen gleich immer in den Mund ohne zu gucken und schlucke meine Medizin tapfer mit mehr oder weniger Flüssigkeit hinunter und lustigerweise überkommt mich die Angst immer erst dann, wenn alles schon die Speiseröhre runter ist und somit zu spät, aber trotzdem muss ich mir jedes Mal schnell noch die Verpackung ansehen und bin jedes Mal erleichtert, den Aluausdrückrest noch an Ort und Stelle hängen zu sehen und ihn nicht in meinem Magen zu wähnen oder zu fühlen, wie das Metall langsam die Speiseröhre runterrutscht.

Ich glaube zwar nicht, dass ich selbst wenn ich mal ein wenig Alufolie mitschlucken würde arge gesundheitliche Probleme bekäme, dennoch empfinde ich den Gedanken, kleine Minialukreise zu essen als unangenehm. Menschen meines Jahrgangs mit zumindest einer Amalgamfüllung erinnern sich sicherlich noch daran, wie unangenehm es sich anfühlt, auf ein Stück Alufolie zu beißen. Aber vom Verschlucken ist glaube ich noch niemand ernsthaft krankgeworden. Hier regelt die Natur sicherlich wie immer alles, getreu dem Motto: Sh** in, sh** out.

Ich habe nachgeschaut, ob meine vermeintliche Phobie schon amtlich erwähnt, klinisch nachgewiesen und entsprechend erforscht wurde und bin bei meiner Recherche, die zugegebenenermaßen eher sproadisch und nicht sehr fundiert erfolgte, nur auf eine ähnlich klingende Angst gestoßen, die Aulophobie, die übertriebene Angst vor Flöten. Diese kann sich auch auf den Klang von Flöten erstrecken und sogar auf Orte, an denen Flötenklänge zum Einsatz kommen. In einigen Fällen haben Betroffene sogar Angst vor Menschen, die Flöten besitzen.

Ich mag Flöten und kann sogar ganz leidlich Blockflöte spielen. Das einzige Instrument, welches ich wirklich in langen Stunden erlernt habe, neben den sporadischen Versuchen auf der Gitarre und ein paar Übungen auf der Querflöte. Mein Vorsatz, Akkordeon zu lernen ist leider dem Theaterspielen zum Opfer gefallen und auch auf meinem Keyboard, welches ich mir extra angeschafft hatte um mich endlich mal bei eventuellen Gesängen selbst begleiten zu können und welches ich jahrelang an eine Freundin verliehen hatte, spielt momentan nur der Sohn vom Bagelmann, hin und wieder.

Jedenfalls, saß ich letzen Freitag mit einem Kollegen vor dem Wirtshaus „Grollander Krug“ in Bremen auf einer Bank, wir waren zuvor mit ca. 120 weiteren Kollegen auf Kohltour gewesen. Als ich davon erzählte, dass ich C-Blockflöte spielen kann und dieses auch immer mit meiner Schwester, die F-Flöte gespielt hat, zu Weihnachten zweistimmig und mit einer Flasche Rotwein vom Heiligabendschmaus intus getan habe, haben wir spontan und von Gin Tonic beschwipst das wunderschöne Weihnachtslied „Maria durch einen Dornenwald ging“ durch die Bremer Nacht gegrölt. Zweistimmig. Ohne Flöten.

Ich hoffe, dass sich das mit meiner Aluphobie gibt, oder nicht schlimmer wird. Vielleicht ist es auch gar keine Phobie, sondern nur ein Spleen. Darauf noch eine Tablette Glücksgefühl. Prost!

Der Geek, der mich liebt(e)..

„You know, there are People saying that Video Games could generate bad in people, with all the shooting scenes and the killing and so on. They say, that People playing Video Games become evil in real life sooner or later.“ Der sportlich gekleidete jung-dynamische Fünfzigjährige will gerade Luft holen, um weiter zu sprechen. Aus dem Publikum ruft jemand laut und vernehmlich „Kill these People!“ Das restliche Auditorium lacht und klatscht spontan Beifall. Der fünfzigjährige Tommy Tallarico schmunzelt und fährt fort, über die kreative Branche rund um die Spieleindustrie zu fabulieren, um dann nahtlos zum hinter ihm sitzenden Hungarian Studio Orchester, ein kleines Symphonieorchester mit dazugehörigem Chorensemble, überzuleiten.

Wo bin ich und was mache ich hier? Mit Video Games und Daddelkrams habe ich noch nie was zu tun gehabt und habe es auch nie wirklich ernsthaft ausprobiert. Ich habe überhaupt kein Faible dafür, es ist für mich total uninteressant. Ich weiß noch, dass ich mal versucht habe Moorhuhn zu spielen, das war ganz lustig, bis eine Freundin mir über die Schulter schaute und meinte „Wie grausam, Du schießt Hühner ab und freust Dich darüber?“ Sie war (und ist) Vegetarierin. Wenn ich in öffentlichen Verkehrsmitteln Leute sehe, die Candy Crush oder FarmVille oder so spielen, törnt mich das überhaupt nicht an. Da gucke ich lieber aus dem Fenster und langweile mich aktiv, oder lese ein Buch oder eine Zeitschrift. Mich derart von der echten Welt abzuschotten ist einfach nicht meins. Aber: Ich liebe Filmmusik und besitze auch eine kleine, aber feine Mini-Sammlung von Soundtracks zu meinen Lieblingsfilmen. Ob James Bond Themes oder Walt Disney Filme, Jenseits von Afrika, Cinema Paradiso, Speed oder Prince of Tides, hach.

Als der Bagelmann vor einiger Zeit mal wieder eine seiner Daddelsessions absolvierte und ich ihn, während er im gemütlichen Sessel saß, hin und wieder umschiffte, bemerkte ich die schöne Hintergrundmusik seines Games. Ich bin was das Daddeln angeht glaube ich einigermaßen entspannt und auch tolerant. Jeder hat sein Hobby und ich finde das sogar auch ganz interessant. Dieser Mikrokosmos hat so viele Facetten, die mir so fremd sind, dass ich immer noch dazulerne, auch wenn ich nicht aktiv dabei bin. Es kommt schon vor, dass ich mal lästere und spitze Bemerkungen darüber fallen lasse, wie er nach einer stundenlangen Abwesenheit aus der Wirklichkeit wieder auf dieselbige wirkt und wie schwer es ihm fällt, sich wieder einzugliedern. Er merkt das überhaupt nicht und findet sich alles andere als „unnormal“. Aber mich nervt seine „Verpeiltheilt danach“ schon manchmal. Vielleicht bin ich auch einfach zu kritisch. Die Spiele, bei denen ich ihm über die Schulter geguckt habe bisher, fand ich echt zum Teil total toll, episch, schön gemacht und es hat für mich oft eine beruhigende Wirkung, wenn er spielt und ich auf dem Sofa rumlümmel und lese oder sonst was mache. Was zu einem großen Teil an der Musik liegt.

Wir sprachen also über die Musik und der Bagelmann erzählte mir, dass es Video Games Komponisten gäbe und dass es sogar Konzerte gibt wo nur Video Games Musik gespielt wird. Ich als alte Soundtrackliebhaberin war natürlich sofort Feuer und Flamme und guckte heimlich nach, wer so was wann und wo veranstaltet. Das war im Februar diesen Jahres und als ich sah, dass im November die Video Games live Show nach Deutschland kommt, bestellt ich gleich zwei Karten und freute mich über die Überraschung für meinen Geek. Und dann war es gestern endlich soweit, der Bagelmann und ich saßen in Hamburg auf unseren Plätzen im Theater am Großmarkt (für mich eine Premiere, ich hatte bisher nur von diesem neuen Veranstaltungsort gehört) und harrten der Dinge, die da kommen würden.

Vor drei halbwegs großen Leinwänden saß das besagte ungarische Symphonieorchester und dahinter waren ca. 8 Sänger aufgebaut, eher im Hintergrund, aber es gab genügend Richtmikrophone, damit die Stimmen auch gut nach vorne getragen würden. Nach lustigen Einblendungen von Ladebalken und Sprüchen wie „Loading Video Games live – press button to resume“ oder so, begann die Show mit einem fulminanten Gitarrensolo, vollführt von Tommy Tallarico, der Mann der über 300 Video Game Soundtrack komponiert hat und dessen Lieblingsspiel und Soundtrack „Earthworm Jim“ ist, natürlich von ihm komponiert. Die Show, die dann folgte war kurzweilig und lustig, auf den Leinwänden wurden kleine Filmchen aus den Video Games gezeigt auf die dann das Orchester die Musik spielte. Das war super, punktgenau, Musik und Film praktisch eine Symbiose, wenn im Film geballert wurde, knallte die Pauke und die Trompete und wenn es mal eine ruhige, sogar romantischen Videosequenz gab, kamen die Streicher und die Harfe zum Glänzen. Es waren alles kleine Trailer und irgendwie kam es mir so vor wie Werbefilmchen für die Schönheit von Video Games.

Ich dachte, mein Freund würde bei jedem Song Tränchen der Freude verdrücken und in Erinnerungen schwelgen, wann er wo welches Game gespielt hat und welchen Level er freigeschaltet bekommen hat in seinen nächtelangen Sessions und im Laufe seiner Gamerkarriere. Tatsächlich mussten wir beide am Ende laut lachen, denn von den ca. 18 Songs bzw. Spielen die in der Show gezeigt wurden, hat er nur drei (3, trois, three, 三つ) selbst gespielt. Es war soooo lustig, jedes Mal wenn nach einer immer amüsanten und gelungenen Einleitung durch Tommy (ein echter Entertainer und wirklicher Showman, der humorig und launig reden kann und auch auf Zwischenrufe vom Publikum jederzeit souverän reagiert hat) dann das Spiel eingeblendet wurde und ich mich freudestrahlend zum Bagelmann drehte, ob es dieses Mal nun ein Volltreffer wäre, er aber nur bedauernd den Kopf schüttelte, machten wir uns schlussendlich einen Witz daraus und ich habe ihn zum Anti-Gamer erklärt. Tatsächlich war die Auswahl an Musik und Video Games sehr Nin****o lastig und das hat mein Geek nie gespielt und wird es auch wohl nicht spielen. Die Auswahl der Showelemente variiert wohl immer, das finde ich ganz cool an dem Event. Tatsächlich war es aber eher eine Werbeveranstaltung und wer sich die offizielle Webseite der Video Games live ansieht, bemerkt das auch schnell.

Etwas fassungslos war ich von der zweiten Zugabe. Auf einmal hatten die einen Special Guest auf der Bühne: den Sänger des Originalsoundtracks von Pokémon. Der ebenfalls sportlich gekleidete Jason Paige warf bunte Pokémon Bälle ins Publikum, welches auf einmal außer Rand und Band war. Alle Geeks und Geekinnen sprangen plötzlich von Ihren Sitzen und feierten einen, wie ich fand, eher unversöhnlichen Abschlusssong einer ganz guten Show. Dieser Song hatte tatsächlich das Niveau eines japanischen Zeichentrickfilmsongs, was Pokémon natürlich auch ist, aber das Lied von den Schlümpfen oder Heidi singe ich aus Spaß natürlich auch mal mit, aber so was dann als Highlight und Abschluss eines Abends mit einem gut eingespielten und begabten Film-Symphonieorchesters zu hören, da war ich tatsächlich mal ein paar Kilometer auf dem Heimweg auf der Autobahn sprachlos.

Und das zu Recht!

Nasenfaktor

Ich bin seit meiner Jugend ein Nasenfan. Ich habe sogar früher behauptet, ich sammele Nasen. Das fand meine frühere beste Freundin Jule so lustig, dass sie mir mal einen Brief geschickt hat auf dem einer Briefmarke prangte, auf der die Nase von Michelangelos David gedruckt war. Einfach mal den Text hier in die Suchmaschine eingeben, dann seht Ihr die Ergebnisse. Und wisst auch ungefähr das Jahr in welchem sich beste Freundinnen noch ganz altmodische Briefe gesendet haben und Postkarten und so. Ich glaube, den Brief habe ich sogar irgendwo noch in meiner Sentimentalo-Kiste.

Nasen fand ich wirklich immer toll und hübsch, irgendwann hörte die Obsession zwar auf, ständig auf die Nasen anderer Leute zu gucken und mich daran zu entzücken und ich wurde ruhiger. Aber, nach wie vor finde ich Nasen und Füße am Menschen sehr interessant und freue mich immer, wenn ich besonders schöne Exemplare (besonders bei letzteren!) sehe. Irgendwie sammele ich doch immer noch.

Ich finde auch den Nasenfaktor total wichtig. Wen oder was man gut riechen kann. Ich glaube auch von mir behaupten zu können, ein ziemlich gutes Nasen- oder Bauchgefühl zu haben und folge diesen auch oft. Womit ich momentan immer schlechter umgehen kann ist aber, wenn ich merke, dass sich gar nichts mehr nach meiner Nase dreht.

Ich sehe schon vor meinem inneren Auge, wie der ein oder andere Leser hörbar die Luft einzieht und denkt: „Was für eine Dramaqueen.“ „Schrullige Alte.“ „Herrje, der Bagelmann hat nix zu lachen bei der.“ Dabei meine ich das gar nicht so absolutistisch, wie es sich anhört. Le nez c’est moi! Ganz im Gegenteil. ICH sorge dafür, dass meine Nase gerade arbeitslos ist, weil sich gefühlt so ganz und gar nix um sie dreht. Und das auch nur, weil ich mich permament um alles andere drehe. Ich drehe mich im Büro um meine Chefs und Ihre Belange. Privat drehe ich zuhause den Rührlöffel um und den Staubsauger auf, ich sorge dafür dass die Waschmaschine und der Trocker ihre Trommeln drehen. Ich drehe im Kreis, damit wir dieses und jenes machen und tun.  Im vergangenen Jahr hat sich noch nicht mal mein Arbeitsweg nur um mich gedreht, sondern ich musste mich immer drehen und wenden, wie die Deutsche Bahn und die BSAG es wollten. Ob ich Lust dazu hatte, oder nicht.

Meine Nase soll endlich mal wieder der Mittelpunkt meines Lebens sein. Wobei ich mir wirklich die Frage stelle, ob das schon jemals der Fall gewesen ist? War ich und mein Zinken schon jemals das Maß meiner Dinge? Das Fürsorgen liegt mir im Blute, ich bin eine Kümmerin und mache gerne ganz viel, damit sich andere wohlfühlen. Ich mache auch gerne was für mich, damit ich mich wohlfühle. Aber leider viel zu selten. Und das rächt sich. Und wie!

Darf ich sagen, dass ich glaube, dass es nicht nur mir so geht? Ständige Überforderung und gefühlte Überlastung durch Selbstaufgabe ist ein Phänomen, welches nicht selten vorkommt. Zum Glück kann ich darüber schreiben und damit versuchen, alles ein wenig humorvoll zu nehmen. Aber seine eigene Nase so ganz zu vernachlässigen, das ist einfach nicht gut. Ich weiß das. Eigentlich. Hach.

Allez les nez!

Apfelkuchentag

Es ist Freitagnachmittag, 17 Uhr und ich bin zuhause. Nicht nur das, ich bin schon zuhause und habe auch schon diverse Erledigungen gemacht. Nach der Arbeit. Ohne Urlaub. Ich habe schöne Sachen für diesen Nachmittag geplant gehabt: Apfelkuchen und Kartoffelbrot backen zum Beispiel. Wir sind morgen bei einem Teil der Familie des Bagelmannes zu einem Sommerfestchen eingeladen und ich habe mich aufgedrängt, auch etwas kulinarisches beizusteuern. Anstatt aber die Rührschüssel und den Apfelschäler zu schwingen, liege ich im Bett und denke über mich nach. Okee, zugegeben, mittlerweile sitze bzw. hänge ich in unserem neuen Relaxsessel im Wohzimmer ab, um hier zu schreiben. Weil es noch bequemer ist. Und weil es näher zur Süssigkeitenschublade ist.

Warum ich das alles mache anstatt der anderen tollen Dinge, die ich eigentlich vorgehabt habe? Weil ich mich eben aufgeregt habe. Uffjerescht, abba sowatvon. Und das kam so.

Heute nach der Arbeit bin ich gleich losgedüst um die letzten Lebensmittel für Apfelkuchen und Gedöns einzukaufen. Äpfel zum Beispiel. Und da bei uns Rotweinknappheit herrschte, auch gleich noch zum Rotweingroßhändler meines Vertrauens. Lecker. Dem Bagelmann habe ich eine Tüte Guten-Morgen-Saft mitgebracht. Der freut sich bestimmt, die alte Saftschorle. Dann weiter zur Autowaschanlage, mein Auto quietscht nämlich beim bremsen. Der Automechaniker meines Vertrauens hatte mich beruhigt und meinte lakonisch: wenn das Pedel vibriert, sind die Beläge runter. Wenn es so quietscht, ist es meistens nur Sand. Also Blacky (so heißt mein Auto) heute mal mit einer Unterbodenwäsche schrubben lassen und siehe da: Quietschen ist (fast) weg. Auf dem Rückweg nach Hause, bin ich dann ins Grübel gekommen. Ich hatte heute Vormittag in einem Meeting eine andere Meinung zu einem Sachverhalt als einer meiner Vorgesetzten. Da habe ich mich, leider in erster Instanz erst einmal erfolglos, auf die Hinterbeine gestellt, mich bzw. meine Argumentation aber nicht so vielversprechend herübergebracht, wie ich es gerne gehabt hätte. Daher dachte ich nun immer noch darüber nach. Was wäre wenn ich das eine so oder das andere so gesagt hätte….oder doch eher dann das so…und dann im nächsten Satz so……

Ich kam gedanklich vom Hölzchen aufs Stöckchen und gondelte geruhsam heimwärts. Ich muss dazu sagen, die Straße in der ich wohne ist eine 30-er Zone, eine schöne geschwungene und auch an einigen Stellen recht enge Alleenstraße in Bremen-Oberneuland. Vor mir fuhren zwei ältere Damen auf der Straße mit dem Fahrrad, auch nicht ganz geradeaus, eher Schlangenlinien. Sie zu überholen machte keinen Sinn, da die Kurven vor mir nicht einsehbar waren. Also fuhr ich noch ein wenig entspannter und hing weiter meinen (trüben) Gedanken nach. Im Rückspiegel beobachtete ich einen Autofahrer, der es wohl eiliger als der Rest der Gesellschaft hatte. Er saß mir nämlich fast schon im Kofferraum. Irgendwann, ich war gerade gedanklich beim „Abhaken“ des morgendlichen Meetings angekommen, fuhr der Wagen hinter mir auf einmal links raus und versuchte mich an der engsten Stelle zu überholen. Vor mir also die schunkelnden Ladies auf Ihren Zweirädern, eine Kurve und eine nicht einsehbare Gegenspur. Ich war sofort auf 180, also nicht ich und mein Auto, sondern ich und mein Gemüt. Ich polterte und gestikulierte los und lies mich fast abdrängen und in den Graben fahren. Ich schimpfte wie ein Rohrspatz.

Der Überholer drängelte sich zwischen mich und die Radfahrerinnen und bremste scharf. Ich musste also noch mehr in die Eisen gehen und schimpfte immer weiter und immer weiter. Bei der Hitze, Blacky hat keine Klimaanlage, hatte ich natürlich beide Fenster offen. Den Anwohnern von Horn-Lehe bis zum Borgfelder Marktplatz konnten auch bei geschlossenen Fenstern mehr als deutlich von mir erfahren, was ich von dem Tüppen vor mir und seinen Fahrkünsten hielt. Kurz darauf fuhr der Autofahrer rechts ran und ich fuhr links neben ihn. Meine Fenster waren ja schon offen, daher hielt ich mich nicht lange mit süffisantem Herunterkurbeln der Scheibe auf und motze weiter, wen er denn außer sich noch alles gefährden möchte mit solchen Aktionen, nicht nur mich und sich, sondern auch die Radfahrer. Und ob er wüsste, dass das hier eine 30-er Zone wäre und überhaupt…..motz, motz, pöbel, schnaub-vor-Wut!

Tüppi schaute mich fast beleidigend teilnahmslos an und sagte: „Warum schreist Du so?“

Diese vier Worte genügten. Ich klappte meinen Mund zu, schaffte es zwar noch, ihm einen sehr missbilligenden Blick zuzuwerfen, bin dann aber die letzten paar hundert Meter bis nach Hause gefahren und habe die Einkäufe nach oben geschleppt. Dann bin ich unter die Dusche gegangen und habe mich aufs Bett geworfen. Und da lag ich bis eben. Und habe über mich nachgedacht.

Warum habe ich mich aufgeregt, herumgepöbelt, ja ok, geschrien vielleicht auch. Kann er doch überholen, so oft und wen oder was er will. Klar, er hat mich in Bedrängnis gebracht und klar, ich musste seinetwegen bremsen und klar, solche Tüppis die sich an wenig Regeln im Straßenverkehr halten, nerven. Aber ist das ein Grund, laut zu werden? Nein, ist es nicht. Laut zu werden ist doof. „Wer schreit hat Unrecht“ war ein geflügeltes Wort in meiner Kindheit, welches ich wenn mich der Jähzorn überwältigte, sehr oft gehört habe.

Noch heute ist es so, dass ich meinen Gefühlen, den guten und auch den schlechten, durch Lautstärke Gewicht gebe. Ich glaube, dass ich es oftmals gar nicht merke, dass ich immer lauter und energischer werde. Das jetzt aber ein völlig Fremder, auch wenn er nicht ganz koscher gewesen ist in seiner Handlung, mir das so unverblümt sagt, und damit einen Nagel auf meinem Kopf trifft, lässt mich immer noch inne halten. Und reflektieren. Und still sein.

Der Teig für den Apfelkuchen ist bestimmt zur Genüge gegangen jetzt. Ich mache den jetzt mal fertig. Kneten hilft. Äpfel schälen vielleicht auch. Vielleicht putze ich nachher noch. Das hilft immer…..