Hoffnungsmaschine

Auch wenn draußen gerade alles still steht.

In mir drinnen ist grade gar nichts still und will raus.

Gestern hat ein Facebookfreund das Lied „Hoffnungsmaschine“ geteilt und seitdem rennt das Lied durch meinen Kopf und mein Herz und es kommen Erinnerungen an die Oberfläche, an letztes Jahr, als ich das Lied auf Dauerschleife gehört habe. Das Lied kam in einer Situation zu mir, an der ich mich noch immer abkämpfe. Zwar schon weniger als noch vor ein paar Monaten, aber es ist noch nicht ganz vorbei.

Als mein Freund sich vor fast einem Jahr von mir trennte, stand meine Welt auf einmal still. Oder brach sie zusammen? Einem Erdrutsch gleich? Oder explodierte das Weltall mit einem lauten Knall und alle Glitzersterne hörten auf zu leuchten, weil der Staub der Explosion sich auf lange Zeit nicht legte und alles verdunkelte was ich sah, was in mir war, was mich umgab, was ich gefühlt und geliebt und gebraucht hatte? Eine Mischung aus allem, vielleicht.

Ich saß damals im Auto und hatte schon ein paar Wochen mit der Trennungssituation gekämpft, ihr getrotzt, mich ihr auch schon fatalistisch hingegeben, war zerstört, unendlich traurig, fassungslos über die Situation und hoffnungslos, da hörte ich das Lied auf meinem Lieblingsradiosender und war sofort wieder da. Mein Kämpferinnengeist, mein fast unerschütterlicher Optimismus (rückwärts gelesen heißt Optimismus übrigens Sumsi mit Po!), meine Liebe zu diesem Mann schwamm hoch an die Oberfläche und ich sauste nach Hause in die noch gemeinsame Wohnung, holte mir eine große Tafel und fing an zu schreiben.

Die Liebe zu Tafeln hatte ich schon als Kind. Im Sprechzimmer meiner Kinderärztin gab es eine Wandtafel und jedes Mal wenn ich dort sein musste, und es war sehr oft, da ich entweder ein kränkliches Kind gewesen bin oder meine Mutter doch zu übervorsichtig gewesen war, aus ihren Gründen, rannte ich die Tür zum Wartezimmer aufreißend sofort zur Tafel und beschlagnahmte sie. Ich malte sehr gerne Pferde, glaube ich, obwohl ich damals und auch später als Teenager jetzt nicht das stereotype Mädchen gewesen bin mit Pferdeliebe und Ponyreiten und so. In der Schulzeit später waren Tafeln immer noch toll und wann immer es möglich war, verzierte ich dieselbigen, leider nicht während des Unterrichts, sondern primär in den großen Pausen, Freistunden oder wann auch immer. Liebesbriefe, Herzchen, kleine Scherze, alles das schaffte es auf diese großen, grünen Falt- und Rolltafeln.

Als ich also vor knapp einem Jahr zuhause ankam und unsere damals noch gemeinsame Tafel hervorgeholt hatte, begann ich mit bunter Kreide Textzeilen aus diesem wunderbaren Erdmöbel-Lied aufzuschreiben. Voller Liebe zum Leben, zu ihm, mit einem Aufkeimen der Hoffnung im Herzen und voller Elan, in dem Moment unaufhaltsam, eine Welle der Zuversicht, ich rollte über alles hinweg und bewegte mich im Rhythmus der Musik, der Wortmelodie und diesen wunderschönen Stimmen wunderschöner Menschen.

Als mein Freund nach Hause kam, fragte ich ihn, ob er kurz für mich Zeit hätte. Dann ließ ich das Lied laufen, mein Herz lief ja sowieso schon über, die Tränen liefen mir über das Gesicht, ich sang aus vollem Herzen mit bei Judith und Markus und zeigte meinem Freund das Werk auf der Tafel. Ich fühlte unendliche Liebe, die Zuversicht platzte aus allen Nähten, jedes Knopfloch strahlte Hoffnung aus. Ich sprühte und war in dem Moment bestimmt sehr schön.

Als ich mit meiner Performance fertig war, saß mein Freund da und sagte nichts. Ich sah, wie es in ihm kämpfte. Er konnte nicht anders, er stand auf, bedankte sich und sagte, dass sei das Schönste gewesen, was jemals jemand für ihn gemacht hat. Aber, er bleibt dabei. Er hat sich einmal entschieden und er wird seine Meinung nicht ändern. Dann ging er weg.

Und ich saß da, mit meinem vollen Herzen, das auf einmal so schwer wurde und wieder weh tat. Ab dem Zeitpunkt fiel ich in ein tiefes emotionales Loch, das zu überwinden mir sehr viel abverlangt. Immer noch. Danach habe ich das Lied erstmal wieder in meine emotionale Mottenkiste gepackt und seitdem nicht mehr gehört. Bis gestern.

Steht auf deiner Liste oben die Liebe
Lass da als zweites stehen: ‚Steh auf‘
Und drittens: ‚ein Jeder ist verantwortlich
Auch die, die gar nichts glauben

Ich habe im Keller noch meine kleine alte Maltafel auf einem klapprigen Holzstativ stehen, dort steht seit fast vier Jahren der Text des ebenso wunderbaren Liedes von Kid Kopphausen drauf. Auf Tafeln zu schreiben, insbesondere Lieblingsliedertexte, hat bei mir Tradition. Und diese Tradition werde ich weiterführen. Versprochen.

Alle Liedtexte oder deren Auszüge, die ich auf Tafeln geschrieben habe oder hier und die Musik, welche ich in diesem Text verlinkt habe, gehört einzig und allein den Künstlern und ich habe nur zitiert. Alle Urheberrechte den Musikern. Falls das wichtig ist.

When you finally learn

that a person’s behavior has more to do with their internal struggle than it ever did with you, you learn grace.

Eigentlich wollte ich gerade einen kleinen Rant auf meiner Facebook-Timeline loswerden und bekam beim Öffnen von Facebook diesen Satz angezeigt. Ok. Menschliche Größe (finde ich besser als die direkte Übersetzung Gnade). Ich bin mir sicher, das ich davon eine Menge besitze. Dennoch schwankte ich grade zwischen Empörung, ein wenig Verständnis und ein bisschen Wut. Was geschah.

Ich suche momentan sowohl einen Wohnraum als auch noch einen neuen beruflichen Ankerplatz in meinem Heimathafen Hamburg, Wohnungen am liebsten in meiner alten Hood, Bergedorf. So weit, so gut.

Ich bekomme von einer lieben Freundin immer Zeitungsannoncen für Wohnungen aus dem Bergedorfer Käseblättchen zugeschickt, zusätzlich zu meiner sehr aktiven Online-Suche. Bisher, so auch eben, waren das leider immer Nieten, weil entweder schon weg oder ich bekam gar keine Rückmeldung oder hatte senile RentnerInnen am Apparat, die ich nicht gerne als Vermieter hätte („Ich wohne auch mit im Haus, dann kann ich Sie ja immer beobachten.“)

Letzte Woche hinterließ ich also auf einer Mailbox wieder mal meine Bewerbung um einen schönen Wohnraum in Bergedorf. Von privat. Heute erhielt ich dann einen Anruf mit unterdrückte Nummer, ich bin trotzdem ran gegangen. Könnte ja Kai Pflaume sein, der mir einen Millionengewinn mitteilen möchte. Oder die ARD Fernsehlotterie, die mir mein Traumhaus schenken möchte. Weit gefehlt. Es war die Vermieterin der schönen Bergedorfer Wohnung, die mir mitteilen wollte, dass die Wohnung, auf die ich mich beworben hatte schon weg sei, sie aber noch eine weitere im Angebot hätte. Vorher würde sie mir aber gerne noch zwei Fragen stellen.

Ok, dachte ich und sagte, dass ich ihr natürlich sehr gerne Rede und Antwort stehen würde, man ist ja als Wohnungssuchender brav, gefügig, ordentlich, reinlich, leise und solvent. Und genau darauf zielte die Fragestunde ab. Wie alt ich denn wäre und was ich beruflich machen würde. Beides beantwortete ich wahrheitsgemäß und immer noch sehr freudig. Auf beides kann ich ja nun auch stolz sein. Wahrscheinlich muss ich mich aber manchmal doch etwas zügeln mit meiner Auskunftsfreude, denn als sie herausfand, dass ich noch keinen unterschriebenen Arbeitsvertrag in Hamburg vorzeigen konnte, wurde das Gespräch auf einmal noch klemmiger, als es eh schon gewesen ist.

Ob ich denn jetzt erst eine Wohnung suchen würde und dann erst einen Job. Nein, sagte ich, immer noch sehr wahrhaftig, ich bin bereits auf Jobsuche und habe auch schon interessante Angebote, aber eben noch keinen unterzeichneten Vertrag. Ich finde, für die zwei Minuten, die ich die Frau am anderen Ende der Leitung kannte, war ich schon ziemlich detailliert, was mein Privatleben anging. Ist ja auch ok, wie gesagt, ich kann mir vorstellen, dass es für Vermieter u.a. auch schwer sein kann, geeignete Mieter zu finden, die horrende Preise für ihre heruntergekommenen Wohnklos berappen (das war der Rant, aber der kam erst jetzt beim Schreiben). Noch war ich am Telefon sehr handzahm und kooperativ.

Ja, sagte sie, dann würde sie vorschlagen, dass ich mich wieder bei ihr melden sollte, wenn ich eine feste Zusage und einen Arbeitsvertrag vorweisen könnte. Sie würde alle Mietinteressenten über einen Kamm scheren und keine Ausnahme machen. Lustigerweise hatte sie mir ihrerseits noch gar nicht erzählt, welche zweite Traumwohnung sie überhaupt im Angebot hätte, vielleicht wäre das für mich als Mieter ja gar nicht interessant gewesen. So aber zeigte sie mir, wie viel Macht sie besitzt. Menschen mit Macht über anscheinend sehr rare Güter. Ich hatte der Dame in meiner echten, blauäugigen Auskunftsfreude vorher schon gesagt, dass ich eine Vermieterbescheinigung über die immer pünktliche Zahlung meiner jetzigen Miete, eine lupenreine SCHUFA-Auskunft sowie lückenlose Gehaltsnachweise seit 1996 vorweisen könnte. Nur mal so nebenbei.

Aber nein, ich bin Bittstellerin, ich darf mich bei ihr melden, wenn ich ganz ohne Makel bin.

Bitte versteht mich nicht falsch. Was mir heute passiert ist, ist eigentlich kein großes Ding. Ich jammere auf sehr hohem Niveau. Es geht mir gut, ich habe aus freien Stücken selbst gekündigt, ich bin ins kalte Wasser gesprungen, ich habe nicht aus Not gehandelt. Ich habe sogar einen mündlichen Arbeitsvertrag „in der Tasche“. Das ist zwar nicht mein Traumvertrag, aber den habe ich sicher, ich muss ihn nur unterzeichnen. Da ich mir aber noch Zeit geben möchte, dieses Mal den echten Traumjob für mich zu finden, und der mündliche-Arbeitgeber das auch weiß und mich hierbei auch tatkräftig unterstützt, ist alles noch im grünen Bereich.

Aber diese Demonstration von Macht hat mich eben wirklich sprachlos und ein wenig fassungslos zurückgelassen. Ich hatte keine Chance, mich persönlich vorzustellen oder überhaupt zu sagen, was ich denn gerne hätte. Oder Beweise über meine schneeweiße Weste zu geben, dazu bin ich ja noch nicht mal verpflichtet, das würde ich ja einfach so ganz freiwillig tun. Wie müssen sich Menschen fühlen, die anders als ich echte Not haben, die durch Zwangsräumung oder eine Kündigung völlig ohne doppelten Boden dastehen, die noch nicht mal so wie ich einen Strohhalm haben, irgendwo unterzukommen, wenn Kai Pflaume oder die Fernsehlotterie eben nicht anrufen.

Ich habe Freunde, die mich unterstützen, ich habe ab Mai die Möglichkeit bei jemandem unterzukommen, wenn ich bis dahin keine Wohnung gefunden habe. Ich habe diese Firma, die mich sofort mit Kusshand einstellen würde, in der Hinterhand. Was machen Menschen, die das alles nicht haben? Was ist aus unser Gesellschaft geworden? Über Mietpreisbremse, bezahlbaren Wohnraum und die Schaffung sozialer Wohnungen in Innenstädten wird ja momentan sehr viel geschrieben und gesprochen. So fühlt es sich also an, wenn man nicht genug ist. Dem anderen, der das hat, was ich gerne hätte, nicht gefalle. Weil er mich nur am Telefon kennt. Weil er mir keine Chance gibt, und weil er denkt, ich müsste ihm zu Gefallen sein. Nee, werte Dame. Du gefällst mir nicht.

Nochmals: ja, der Mietinteressentenmarkt hat bestimmt schwarze Schafe, ja, man muss sich als Vermieter absichern. ABER, warum lernt man sich nicht erstmal kennen, zeigt was man hat und lässt beide Seiten recht sein?

Wie sang mein Lieblingsbarde in einem seiner ganz frühen Songs: „There are two sides to every story“. Ja, ich habe den Weitblick und auch ein wenig die menschliche Größe, mir beide Seiten anzuschauen. Du, unbekannte Frau am Telefon, hast sie nicht.

On the fly

Heute hat sich holterdipolter eine Kollegin von mir verabschiedet, mit der ich jetzt nicht täglich zu tun hatte, die mir aber in den fast zwei Jahren in dieser Firma immer wenn unsere Wege sich trafen ans Herz gewachsen ist. Einfach wegen ihrer unaufdringlichen, immer höflichen, zurückhaltenden aber dennoch zuvorkommend Art. Sie wirkte auf mich immer wie eine französische Adelige, die jederzeit nach dem Motto Noblesse obliege auftrat, jedenfalls so, wie ich wenn ich adelig wäre das Motto auslegen würde. Aber ich bin ja bürgerlich und aus total einfachen Verhältnissen, mag aber trotzdem diese Attribute einer sozialen Verpflichtung gegenüber meinen Mitmenschen, der Gesellschaft und der Umwelt.

Beim Abschiednehmen ist mir aufgefallen, wie sehr ich gerne mehr von dieser Kollegin erfahren hätte, sie besser hätte kennen lernen wollen, mich vielleicht einfach mal mit ihr zum Mittagessen verabreden oder auf einen Kaffee. Keine tiefgehende Freundschaft, wobei das jetzt nicht im Vorfeld ausgeschlossen gewesen wäre, aber erstmal nur einfach ein Grundgefühl und das Wissen darum, was der andere Mensch so macht, wenn er nicht in der Firma ist. Mir ist wieder einmal, wie in den letzten Monaten vermehrt, bewusst geworden, wie endlich alles ist. Wie endlich wir sind, unsere Beziehungen, die Ressourcen von denen wir täglich schöpfen. Nicht alle Ressourcen sind endlich (nachwachsende Rohstoffe zum Beispiel, den Apfel von meiner Lieblingsapfelsorte wird es hoffentlich noch lange geben), aber wir merken alle, dass vieles sich auch irgendwann mal erschöpft. Erdöl, die Regeneration der Wälder wenn die Brandrodung und Abholzung so weiter geht ohne dass wieder aufgeforstet wird. Ich bleibe bewusst einfach und blauäugig in der Aufzählung was endlich ist und was nicht. Bisher hatte fast alles in meinem Leben seinen Zyklus, ist gekommen, irgendwann gegangen und dann wiedergekommen. Wir nicht. Wir Menschen, wir gehen. Irgendwann.

Nein, ich werde jetzt nichts von Wiedergeburt schreiben oder Endzeitszenarios hinauf beschwören. Ich schreibe von meinem Gefühl, das ich in dieser Form vor ein paar Jahren noch nicht hatte. Mir ist es früher nie in den Sinn gekommen, über die Endlichkeit nachzudenken. Bin ich jetzt ein Lucky Mushroom oder eher ein bedauernswertes blauäugiges Etwas, das Zeit seines Lebens einfach so drauf los gelebt hat, ohne viel über die Konsequenzen nachzudenken. Was nicht heißt, dass ich mein Leben gelebt habe als hätte es kein Morgen gegeben. Tatsächlich habe ich nicht vieles in meinem Leben nur selbstverständlich genommen, sondern war immer glücklich und mir dessen auch bewusst, wie mühelos zum Beispiel mein beruflicher Werdegang gelaufen ist und bis heute läuft. Auch die dadurch bedingten vielen Umzüge und Neuanfänge habe ich immer mehr als eine Bereicherung als eine Herausforderung empfunden. Neue Leute kennen zu lernen, neue Städte, neue Gepflogenheiten. Vieles oftmals nur oberflächlich. Nicht tiefer gehend. On the fly. Nicht großartig auf der Festplatte gespeichert, nur temporär durchlebt.

Dieses on the fly Erleben hat sicher auch seine guten Aspekte und mir Positives gebracht, aber es gibt auch ganz viel, das mir jetzt fehlt, dadurch dass ich Dinge früher nicht auf den Weg gebracht habe, die ich jetzt gerne hätte. Der Weg den ich eingeschlagen habe, ohne an die späteren Konsequenzen zu denken, erscheint mir jetzt manchmal als zu kurz gesprungen. Nein, ich ziehe noch keine Lebensbilanz, dazu liegt zuviel Leben noch vor mir. Es wird mir aber gerade so vieles deutlich, heute und jetzt, woran ich sonst niemals auch nur einen Gedanken verschwendet hätte. Das Leben von uns Menschen ist kein Entwurf, der wenn wir merken, dass er doch nur Käse ist, wieder neu aufgelegt und von vorne begonnen werden kann. Nein, wir haben nur einen Anfang und ein Ende. Das dazwischen ist zwar Trial and Error und es gibt diesen wunderbaren ganzheitlichen Satz „Korrektur ist möglich“. Aber halt nur begrenzt. Bei den nachwachsenden Ressourcen. Wir Menschen wachsen nicht nach. Wir sind nicht so wie Axolotls, die auch nicht ganz neu wachsen können, aber zumindest Teile ihres Körpers.

Eben habe ich mich von der Kollegin verabschiedet und dieser kurze Moment hat mir, wie so viele andere Momente in den letzten Monaten, deutlich gemacht: hier ist jetzt Schluss. Hier ist etwas zu Ende, was noch gar nicht richtig angefangen hat. „Ich bin doch noch gar nicht fertig mit Anfangen“, schreit irgendwas in mir. Es gibt tatsächlich T-Shirts mit diesem Slogan, insofern merke ich, dass ich mit diesem Gedanken nicht alleine bin. Wie schön wäre es aber gewesen, wenn das Bewusstsein um die Endlichkeit schon früher mal in mein Bewusstsein gekrochen wäre. So hin und wieder jedenfalls, mit einem kleinen Stupser versehen und nicht nur locker-flockig durch das Hirn gewabert.

Einiges habe ich als unendliche Ressource angesehen und erst jetzt merke ich, was sich alles schon von mir verabschiedet hat oder bald nicht mehr da sein wird. Und das schreckt mich auf.

Zugvögel

Today is the day!

Ich liege im Bett und kuriere mich aus. Der grippale Infekt hat auch mich vollends erwischt, nachdem ich eigentlich gedacht hatte, ich käme dieses Mal glimpflich davon. Aber falsch gedacht – es ist so, wie es ist. Tatsächlich tut es mir immer noch gut, Ruhe zu finden, Erholung zu bekommen, auch von all den ganzen seelischen Strapazen der vergangenen Monate. Zeit für Bücher, Netflix, Matchenkram und Nachdenken zu haben. Langeweile Deluxe im Hause Mai. Während ich hier in meinem Bettchen liege und gerade noch in den gedanklichen Nachwehen der soeben beendeten Dokumentation bin, höre ich von unten mal wieder unfreiwillig ein Gespräch zwischen unserem Blockwart und einer anderen Person mit.

Blockwart hört sich echt übel an, aber tatsächlich bin ich glaube ich die einzige, die an ihm und seiner Frau vorbeikommt, OHNE ein über alle Stockwerke schallendes Gespräch über Urlaub, das Wetter oder dem Gesundheitszustand halten zu müssen (bei dem Thema Seniorenreisen habe ich letztens fleißig mit geschrieben, welche Anbieter als besonders empfehlenswert gepriesen wurden und bei welchem Hausarzt man am besten ein Rezept für eine Kur, die man dann bei diesen Reiseveranstaltern einreichen kann, bekommt. Immerhin ist es ja bei mir auch irgendwann soweit, wer weiß wie lange ich noch dem Individualtourismus frönen kann). Jeder der vorbeigeht grüßt jederzeit höflich zu dem auf seinem vorderen Balkon residierenden Blockwartpärchen. Oder ist das vielleicht sogar die heimliche Familie Corleone di Findorff? Oh je, ich muss vielleicht mal über mein Verhältnis zu denen nachdenken, wobei er ja schon meine Wohnung und meine privaten Verhältnisse nebst meiner Kühltruhe am Tag meines Umzugs kennen gelernt hatte, als er auf einmal ungebeten und ungefragt in meiner Wohnung stand und meinem Umzugsunternehmen und mir Tipps gab, wie wer was zu machen hätte. Aber worauf wollte ich hinaus? Ach ja, ich hörte also ein Gespräch zwischen meinen Nachbarn.

Einer von beiden schrubbte und fegte gerade den Gehweg. Mein Schlafzimmer geht nach vorne zur Straße raus, was aber ganz fein ist, denn es ist eine verkehrsberuhigte Zone und direkt vis-à-vis von einer Schrebergartenkolonie. Es ist also wirklich bis auf die Balkongespräche und hin und wieder einem vorbeifahrenden Auto sehr ruhig. Der lauteste Verkehrsteilnehmer ist tatsächlich ein älterer Herr (geschätzt mindestens rüstige 70 Jahre) mit seinem elektrischen Sitzroller, der mit beachtlichem Tempo und noch beachtlicherem Soundsystem unterwegs ist. Seine Playlist ist unfassbar vielfältig (ich wollte immer schon mal nachgucken, ob er einen Spotify Account hat und wäre sofort ein neuer Follower) und laut und heute kurvte er mit „Living on a prayer“ von Jon Bovi durch die Nachbarschaft. Letztens schallte „An Tagen wie diesen“ hoch zu meinem Balkon, aber ich glaube im Herzen ist er ein Rocker. Also, es hier fast schon idyllisch, wirklich!

Der Gehwegschrubber beschwerte sich beim Don gerade über einen falsch parkenden Autofahrer und überhaupt, wie renitent doch viele Mitmenschen wären, keinen interessiert es mehr, wenn sie die Straße blockierten, so dass man nur noch mit Schwierigkeiten passieren könnte und so weiter und so fort. Ich blendete das Gequatsche aus Desinteresse langsam aus und kehrte zu meinen Gedanken zurück. Die Dokumentation, die ich gerade gesehen hatte, heißt „The magic Pill“ und befasst sich mit einem meiner Themen seit ich denken kann. Ernährung, die richtige Ernährung individuell gesehen, aber mit einem Fokus auf Globalität in Bezug auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Ohne weitere Ausbeute der natürlichen Ressourcen, back to the roots, weg von industriell hergestellter Fertignahrung. Ob nun wirklich mehr Fett, Fleisch und Fisch die Menschheit rettet, der Film befürwortet die so genannte Keto-Diät, oder einfach nur eine andere, nachhaltigere und unbedingt weniger industriell verarbeitete Form von Ernährung schon ein guter Anfang wäre, das sind so meine Gedanken, denen ich schon so lange folge und für mich mal mehr oder weniger gut praktiziere. Ja, auch ich kaufe hin und wieder fertige Lebensmittel, aber tatsächlich versuche ich so viel wie möglich selbst herzustellen. Weil es geiler ist und besser schmeckt, weil es gesünder ist. Manchmal sogar günstiger, aber das war und ist noch nie mein Hauptantrieb gewesen.

Ich dachte also über mich und meine Steckenpferde nach und darüber, was meine Zukunft sein könnte, wenn ich das was ich liebe und mich in meiner Freizeit motiviert eventuell zu meiner Berufung machen könnte. Wie lange quatsche ich schon davon, mein eigenes kleines Restaurant zu eröffnen oder eine Suppenküche oder ein Business mit Essen, Backen und selbstgesiedeter Seife und Kosmetik ohne Verpackung. Alles das, was ich immer so nebenbei gemacht habe, mal mehr oder weniger gut, aber immer nur nebenbei, für Freunde oder als Weihnachtsgeschenk. Und ja, ich weiß, dass es sich spinnert anhört und dass in der letzten Zeit tausende kleine Startups mit hausgemachten Suppen in Weckgläsern oder Seifenmanufakturen auf den Markt geschwemmt wurden und ich mit meiner Idee bestimmt nicht die Erste bin. Oder Foodblogs, auch wenn ich Schreiben sehr mag und wohl ganz gut kann, finde ich zumindest. Ist ja auch alles nur ein Träumchen, nicht ausgereift, noch nicht manifestiert genug, um auf die Welt losgelassen zu werden. Vielleicht gibt es für mich ja auch erst mal noch viel zu lernen, mich weiter zu bilden, bevor ich mit meinem Business aufbreche. Wann habe ich zuletzt etwas gelernt? Das wurde ich letztens gefragt. Ich musste ziemlich lange zurückdenken, vor ungefähr 6 Jahren habe ich Kraulen gelernt. Ich konnte natürlich auch damals schon schwimmen, aber so richtig Freistil war nicht meins. Und dann vor 5 Jahren habe ich Laufen gelernt, also Joggen. Und das war es. Seitdem weiterbildungsmässiger Stillstand. Natürlich, ich lerne fast täglich dazu, aber etwas das man vorher nicht konnte oder wusste, etwas das tiefer geht, fundierter, das ist schon lange her. Einer meiner ersten Studienwünsche war neben Gesang und Schauspiel Oecotrophologie. Ich weiß nicht, wie ich davon abgekommen bin oder was mich gehindert hat. Denn das ist wirklich ein Feld, welches mich Zeit meines Lebens begleitet, mich interessiert und mir immer wieder Entwicklungsmöglichkeiten beschert hat.

Während ich also kontemplativ meine innere Kreativität immer weiter fließen lies, das Gespräch der Herren vom Bürgersteig als Untermalung meiner Gedanken immer weiter in den Hintergrund verschwand, hörte ich auf einmal einen Höllenlärm am Himmel. Ich lauschte weiter und auf einmal hüpfte mein Herz und ich aus dem Bett und sprintete zum Fenster. Zugvögel! So laut und genau über unserem Haus. Das Bremer Blockland ist ja bekannt für seinen Vogelreichtum und insofern ist es sicherlich nicht ganz so spektakulär, Vogelschwärme zu sehen. Aber dennoch. Der Lärm und die Formation am Himmel, das war für mich schon echt beeindruckend. Und es hörte gar nicht auf. Nachdem der erste Schwarm lärmend und in perfekter V-Form über mich hinweggezogen war, ging ich glücklich wieder zurück ins Schlafzimmer. Ein paar Minuten später wiederholte sich das soeben geschilderte und wieder hüpfte ich voller Freude aus dem Bett und stürmte dieses Mal auf den Balkon. Meine Nachbarn sind schon an den Anblick von Matchen in Pyjama auf dem Balkon gewöhnt, ich kenne da keine Scham. Ich also mit wirrem Haar, roter Nase und glänzenden Augen dem nächsten Schwarm nachblickend, der bei perfekter blauer-Himmel-Schäfchenwolken-Kulisse gen Süden flog.

Als ich also zum zweiten Mal zurück ins Bett krabbelte, wollte ich den immer noch lamentierenden Nachbarn zurufen: Hört doch auf mit dem Beschweren, guckt nach oben! Das ist doch viel schöner als sich über falschparkende Mitmenschen zu echauffieren! Das ist der Kreislauf des Jahres, des Lebens. Der Natur und der Zeiten. Guckt mal, was es sonst noch so gibt. Natur. Leben. Freude, einfach so.

Ich hatte mich bei diesem Mal ins Bett hopsen mit Laptop und Stromversorgung bewaffnet, weil ich meine Recherche über Fernstudiengänge oder Weiterbildungsmöglichkeiten auf dem Gebiet der Ernährungswissenschaften nicht auf dem Handy fortsetzen wollte. Gerade hatte ich mich wieder zugedeckt, gab es ein erneutes Himmelsspektakel und ich dachte mir: Oh no, nicht schon wieder. Aber es zog mich erneut nach draußen, ich musste mir auch diesen Schwarm angucken. So hüpfte ich also noch ein paar Mal zwischen Bett und Balkon hin und her und jedesmal freute ich mich, aus tiefstem Herzen, diesem Schauspiel beizuwohnen. Mittlerweile gucke ich nur kurz hoch und mache ein gedankliches High-Five zu den Vögeln am Himmel, es ist nämlich schon Zug elf oder zwölf der hier vorbeizieht.

Hey Guys, habt einen schönen Flug und kommt heil und gesund wieder. Ich freue mich schon auf Euch, wenn Ihr zurück kommt.

Die Zugvögel folgen ihrem Instinkt, ihrer Natur. Ganz esoterisch und glückskeksmässig war das für mich ein Zeichen, dass gerade heute, als ich hier gezwungenermaßen im Bett liege und mir einen Film angesehen habe, der mich zu mehr als nur zum Nachdenken angeregt hat, ich dieses Naturschauspiel verfolgen durfte. Gerade heute. Today is the day! Lucky Mushroom am I.

Legenden

Ich bin gestern kurz vor dem Weckerklingeln aufgewacht und hatte das Lied „The End“ von The Doors im Kopf. In dem Traum, den ich kurz davor hatte, an den ich mich aber gar nicht mehr erinnern kann, kam die Band vor, entweder lief das Lied in der Szene des Traums gerade oder jemand erzählte mir davon. Tatsächlich habe ich gefühlt seit über 20 Jahren The Doors nicht mehr regelmäßig gehört. Daher war ich ziemlich erstaunt, aus welcher Gehirnwindung diese Erinnerung auf einmal hergekommen ist und warum gerade jetzt. Ich erinnere mich auch nicht, kürzlich etwas zu Jim Morrison gelesen, gehört oder gesehen zu haben, welches mein Kurzzeitgedächtnis hätte abspeichern können und jetzt träumend verarbeitet.

Als ich das letzte Mal ganz bewusst mit The Doors konfrontiert worden bin, lebte ich noch in Italien und hatte eine kurze Beziehung zu einem Typen, der Jim Morrison ganz wunderbar fand und ihm auch noch total ähnlich sah. Der junge Mann, in den ich mich verknallt hatte, konnte mit Mitte zwanzig schon auf eine mittelschwere Drogenkarriere zurückblicken und kam, als ich ihn kennen lernte, gerade frisch von einem Kaltentzug aus einem Boot Camp der Scientologen aus den USA zurück, in welches er von seinem strengen, sehr wohlhabenden Vater geschickt worden ist. Weder er noch ich waren Scientology-affin und obwohl ich damals schon eine absolute Aversion gegen harte Drogen hatte (und immer noch habe) war ich in ihn verschossen und wir waren eine Zeit lang zusammen. Wir sind mit unserer Clique an den Wochenenden durch Mailand gezogen und in einem ganz schönen Kurzurlaub zeigte er mir seine Heimat Apulien. Und Jim sang den Soundtrack dazu.

Ich habe mir gestern Morgen dann gleich von meinem elektronischen Helferlein „The End“ und „Riders on the storm“ vorspielen lassen und erinnerte mich an den wahnsinnig authentischen Film über die Band. Ich behaupte mal, dass es keine Menschen in meiner Leserschaft gibt die The Doors jemals live gesehen haben, aber als ich die Musik hörte dachte ich: Mensch, das wäre sehr geil gewesen, die mal live erlebt zu haben. Ist ja fast wie in Woodstock mit dabei gewesen zu sein und wer kann das schon von sich behaupten aus unseren Breitengraden kommend und in unserem Alter? Was für ein Erlebnis und vor allem das dann auch erzählen zu können: ich war beim legendären Woodstock Happening mit dabei. Ok, beim ersten Roskilde oder den Anfängen des Wacken Open-Air wäre auch geil. Man kann ja auch bescheiden sein.

Jedenfalls ist mir bei dem „mit-meinen-Gedanken-abhängen“ wieder einmal klar geworden, wie schön Konzerte und Musikfestivals sind, was für wunderbare Erlebnisse man miteinander teilt, ob man sich kennt oder nicht. Ich bin sehr froh darüber, dass ich vor ein paar Jahren Menschen kennen gelernt habe, die sich zwar sehr locker, aber immer sehr regelmäßig bei Konzerten oder Festivals treffen und ich, obwohl ich nicht so exzessiv auf Konzerten zu finden bin wie diese tollen Menschen, dann trotzdem immer mit aufgenommen werde, wenn ich mich mal wieder dorthin verirre und dann nicht alleine abhängen muss. Oftmals ist es total lustig, wenn sie dann erzählen und darüber ins Schwärmen geraten, wann und wo sie diese oder jene Band schon mal gesehen haben und was die da und da gespielt haben und und und. Ich sitze dann da und höre zu und freue mich. Ich kann meistens nicht mitreden, aber das ist gar nicht schlimm.

Gestern las ich irgendwo eine Ankündigung für ein Jamie Cullum Konzert im nächsten Jahr im Hamburger Stadtpark. Die Ankündigung begann mit dem Satz: „In Erinnerung an das legendäre Jamie Cullum Regenkonzert im Hamburger Stadtparkt vor mittlerweile 10 Jahren“. Wie der Satz dann weiterging weiß ich nicht mehr, aber ich hüpfte sofort in die Höhe, denn bei dem Konzert war ich dabei! Juchu! Und jemand schreibt, dass es legendär gewesen ist! Doppeljuchu! Ob man ein Jamie Cullum Konzert nun mit Woodstock oder The Doors Erlebnissen vergleichen kann, ist mir grade schnurzpiepe. Ich war dabei und dann fiel mir ein, dass es für mich auch eine ziemlich coole Geschichte zu diesem Konzert gibt. Ich bin nämlich wie die Jungfrau zum Kind zu diesem Erlebnis gekommen.

Zwei Freundinnen von mir haben mich damals in Hamburg besucht, da sie zwei Karten für das Konzert in einem Preisausschreiben gewonnen hatten und noch eine Übernachtungsmöglichkeit brauchten. Die eine lebte damals in Bad Homburg und die andere Freundin in Berlin, wir kannten uns alle aus unser gemeinsamen Zeit in Frankfurt und so haben wir uns dann eben bei mir in Hamburg getroffen. Ich weiß noch, dass es ziemlich schwierig war noch eine Karte für mich für das ausverkaufte (und legendäre wie wir heute wissen) Konzert zu bekommen, aber irgendwie haben wir es geschafft (with a little help from my friends).

Ja, und es stimmt, wir alle waren nass bis auf die Knochen, aber wir haben alle getanzt und mitgeklatscht und niemand hat sich das Erlebnis durch den Regen vermiesen lassen. Es war wirklich LEGENDÄR!


Beweise: https://www.abendblatt.de/kultur-live/article107991085/Tropfnasser-Jamie-Cullum-gab-bestes-Konzert-2010.html

https://www.shz.de/deutschland-welt/kultur/jamie-cullum-der-mit-dem-regen-spielt-id2416361.html

Glückskeksspruch

Manchmal frage ich mich, wie es Generationen vor uns geschafft haben zu überleben, ohne diese ganzen „Power of Positivity“ Sprüche oder den „Einhornglitzer-“ und „Chakka-Du-schaffst-alles“ Apps. Wobei. Aufmunterungssprüche gab es schon. Nur halt nicht so massiv, ständig, überall. Auf jedes Tief des Gemüts folgt ein Glückskeksspruch und sie sind ja immer so stimmig und passig und auf einmal schwebt man wieder durch das Leben, als wäre nix gewesen. Kein blöder Chef, kein Lover der einem das Leben vermiest, wahlweise durch An- oder Abwesenheit, kein Wetterdrama kann einem mehr etwas ausmachen. Alles ist auf einmal wieder groovy, dank eines Spruches.

Ich nehme mich ja nicht aus, ich bin seit jeher schon ein großer Fan von Postkarten mit witzigen Sprüchen drauf und kann mich auch fast nie beherrschen, wenn ich irgendwo Pummelchenkommentare lese oder Frühstücksbrettchen mit den lustigen Slogans „Now-we-have-the-Salad“ oder „What-must-that-must“ im Angebot sind (ja, hab ich. Mir gekauft. So.) In Zeiten von Facebook und Co. ist es ja nun aber so, dass man förmlich überschüttet wird mit Aufmunterungszeilen und Schulterklopf-Durchhalteparolen. „Hinfallen, Aufstehen, Staub abklopfen, Weitergehen (in abgewandelter Form „Hinfallen, Aufstehen, Einhorn streicheln, Weiterreiten“) ist wahrscheinlich das populärste unter den Quotes.

Aber wann hat das alles angefangen? Mit Sarah Kay? Was war ich ein großer Sarah Kay Fan, ich hatte mehrere Riesenbuttons mit so schönen Sprüchen wie „Auf Regen folgt Sonnenschein“ oder „Seid nett zueinander“ und dann einem Bild dieses niedlichen Mädchens mit Stupsnase und Jeans oder überdimensioniertem Ballonhut drauf, die so aussah als wäre sie geradewegs aus meiner Lieblingsserie „Unsere Kleine Farm“ den Hügel hinuntergekullert und dann direkt in den Button gesprungen. Zack. Gepresst. Button.

Den frommen Bibelversen, welche früher noch in mühevoller Handarbeit auf Leinen gestickt wurden, wird heutzutage mit farbenfrohen und glänzenden Drucken der Rang abgelaufen. Je bunter, desto Glückskeks. Oder aber auch in feinster Buchdruckerkunst, typographisch total schnieke und edel in taupe-weiß und möglichst großformatig. Kenn ich. Habe ich jedes Jahr in Kalenderform an meiner Wand hängen.

An unserem Schlüsselbrett hing seinerzeit ein Mini-Kupfer-Pfännchen (wahrscheinlich irgendein Mitbringsel aus irgendeinem Urlaub) auf dem der Knallersatz „Lieber Gott, erhalte mir meine guten Ausreden“ stand. Bei meiner Nenn-Oma wurde es dann noch praktischer: „Fünf sind geladen, zehn sind gekommen. Gieß‘ Wasser zur Suppe, heiß‘ alle willkommen.“ Das waren doch noch mal Lebensweisheiten, da kann sich die einhornreitende Glitzerfee aber mal ganz gepflegt hinten anstellen.

Fazit: Die Moral hebende Aufmunterungen in Spruchform zum irgendwo hinhängen gab es immer schon. In diesem Sinne „Hopfen und Malz, Gott erhalt’s“. Prost.

*Die eingefügten Bilder sind vom Kühlschrank meiner besten Freundin abfotografiert. Da gibt sich das who-ist-who der Glückskekssprüche ein Stelldichein, ich sage es Euch!

Waldesnacht

Waldesnacht, du wunderkühle, 
Die ich tausend Male grüß‘,
Nach dem lauten Weltgewühle,
O wie ist dein Rauschen süß!
Träumerisch die müden Glieder
Berg‘ ich weich ins Moos,
Und mir ist, als würd‘ ich wieder
All der irren Qualen los.

Als ich Dich auf meiner Lichtung im Wald traf, lachtest Du mich an und mit Dir kam die Liebe in mein Leben. Wir machten uns gemeinsam auf den Weg und sind zusammen ein paar tausend Schritte gegangen. Oft sind wir umgeknickt, umgefallen, immer wieder aufgestanden. Manchmal warst Du mir ein paar Schritte voraus, meist bin ich aber losgestürmt. Auf halber Strecke habe ich mich umgedreht, weil ich irgendwann bemerkte, dass Du nicht mehr bei mir warst. Ich war viel zu schnell mit meinem Tempo und meinen Geschichten. Dann bin zu Dir zurückgelaufen. Du hast mich dann immer wieder angelacht und in Deine Arme genommen und zu mir gesagt: Da bist Du ja!

Oft habe ich Dich an die Hand genommen und Dich gezogen, in mein Vorwärts und mein Weiter. Ich habe mich abgemüht, für zwei voranzugehen, habe nicht aufgehört und wenn, dann bin ich oftmals ganz erschöpft auf einen kühlen Stein gesunken und war ganz kaputt und erledigt. Vor lauter abmühen und schubsen und ziehen und Wege finden und Wege suchen und abmühen und schubsen und ziehen und Wege finden und Wege suchen und……..

Fernes Flötenlied, vertöne,
Das ein weites Sehnen rührt,
Die Gedanken in die schöne,
Ach! missgönte Ferne führt.
Laß die Waldesnacht mich wiegen,
Stillen jede Pein!
Und ein seliges Genügen
Saug‘ ich mit den Düften ein.

Und jetzt bin ich ganz alleine. Tief im dunklen Wald, anstatt auf dem halbwegs hellen Weg. Die Lichtung ist in weite Ferne gerückt. Ich schaue mich um. Ich bin die letzten Monate immer tiefer in das Dickicht hineingegangen, ohne mich umzusehen oder innezuhalten. Ich habe gar nicht mehr überlegt, wohin ich denn eigentlich laufen möchte. Ich habe mich fluchend und kämpfend mehr um die Raubtiere und die Lianen gekümmert, als um mich. Oder um Dich. Um uns. Und nun sitze ich hier, im dunklen Wald und habe den Kopf auf meine Knie gelegt.

In den heimlich engen Kreisen,
Wird dir wohl, du wildes Herz,
Und ein Friede schwebt mit leisen
Flügelschlägen niederwärts.
Singet, holde Vögellieder,
Mich in Schlummer sacht!
Irre Qualen, löst euch wieder;
Wildes Herz, nun gute Nacht!

(c) Waldesnacht, Paul Heyse (1830-1914), aus: Der Jungbrunnen
Das Lied wurde u.a. von Johannes Brahms vertont und ist in der Fassung für mich eines der schönsten Lieder für gemischten Chor, das ich je singen durfte.

Eigentümlich

Heute bin ich das erste Mal seitdem ich in meiner neuen Wohnung lebe mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren. Ich hatte es mir schon die ganze Zeit vorgenommen, lediglich hatte ich immer vor oder nach der Arbeit Bedarf an automobiler Unterstützung, daher erst heute. Der Weg ist das Ziel und mein neuer Arbeitsweg ist noch schöner als der alte, wenn auch kürzer. Also heute wenigstens etwas sportlich, wurde auch langsam mal Zeit.

Auf dem Heimweg dann rollte ich einigermaßen fröhlich ob des schönen Wetters und meiner heutigen sportlichen Mini-Betätigung auf den heimischen Fahrradkeller zu und zückte den Schlüssel, um die Außentür zu öffnen. Hinter mir ertönten zunächst freundliche Stimmen, ein älteres Ehepaar stieg direkt hinter mir vom Fahrrad ab. „Ach, das trifft sich ja gut, dass Sie uns die Tür öffnen“, witzelte der Herr. Ich lachte und gab irgendwas launiges als Antwort und nestelte weiter am Schloss. Gerade mal zwei Sekunden hatte ich Zeit um den Schlüssel umzudrehen als ich schon die nächste Ansprache bekam. „Kann ich Ihnen helfen, kommen Sie zurecht?“ „Äh“, ich drehte mich um. „Jaaaa? Den Schlüssel ins Schloss stecken bekomme ich schon ohne Hilfe hin, danke!“ „Schauen Sie, WIR stellen ja immer die Tür fest, damit da keine Schrammen dran kommen. Ihr Fahrrad steht da ja jetzt direkt vor der Tür und blockiert alles.“ Die Dame zum Herrn meldete sich mit spitzem Tonfall, welcher keinerlei Erwiderung duldet, zu Wort.

Aha. Ich schaute mich kurz um, lächelte etwas gequält und schob mein Fahrrad dann durch das nun hoch wie ein Scheunentor geöffnete Pförtchen in den Keller. Ich merkte schon, dass sich hinter mir Unmut entwickelte, eine kurze atmosphärische Spannung entlud sich in folgendem Satz. Möglicherweise hatte ich nicht gebührend genug auf den Türfeststellhinweis bzw. die Andeutung, dass ich der Tür anscheinend mit meinem Fahrradreifen Streifen zugefügt hatte, reagiert. „Ich kenne Sie ja noch gar nicht, sind Sie gerade hier eingezogen?“ „Ja“, sagte ich nun endlich mich dem spitzen Tonfall der Dame des gesamten Miethauses anpassend, „ja, ich bin ganz frisch hier eingezogen.“ „Ach, ja, ich habe Sie ja noch gar nicht gesehen.“ Auf diesen Satz fiel mir gerade keine passende Antwort ein, also schwieg ich bedeutend und stellte mein Rad im Fahrradkeller ab. Ich wusste natürlich, worauf meine Nachbarin hinauswollte, aber ich wollte grade nicht. Störrisch wie mein Drahtesel. So!

„Also, wir sind die L.s und wohnen im 5. Stock.“ Aha. „Und ich bin die Frau Mai und wohne im 3. Stock“, vollendete ich die mir mittlerweile echt zu doof geratene nachbarschaftliche Vorstellungsrunde. „Ach, den Namen habe ich schon gesehen“, meinte Frau L. sehr betont. „Wissen Sie, ich habe letztens auf Ihren Briefkasten ein Schild mit „Bitte keine Werbung“ geklebt. Haben Sie das schon gesehen?“ „Nein, das habe ich noch nicht gesehen“ antwortete ich, aber bevor ich mich wundern beziehungsweise sie fragen konnte, was sie denn mit meinem eigenen kürzlich ordentlich aufgeklebten Anti-Werbungs-Schild gemacht hat und was daran verkehrt gewesen ist, kam gleich die finale und für mich (mund-) totmachende Spitze auf dem Fuß. „Wissen Sie, ich kümmere mich manchmal um solche Dinge und wir haben in der Eigentümerversammlung darüber entschieden, damit das einheitlicher aussieht und nicht jeder seinen Aufkleber kreuz und quer klebt. Wir wollen das hier ordentlich und nett haben.“

Ich schaute sie nur schweigend an und da ich mittlerweile mein Fahrrad hoffentlich ordnungsgemäß verstaut hatte ging ich mit einem „Dann wünsche ich Ihnen noch einen schönen Abend“ von dannen. Herr L. hatte sich mittlerweile schon vor die Tür geflüchtet und schob mit seinem Schuh etwas Erde vom Gehweg wieder in das den Weg säumende Beet. „Das war ich nicht, ich habe hier nichts schmutzig gemacht und bin mit meinem Fahrrad nur auf dem Weg geblieben!“ wollte ich Herrn L. zurufen, in der Hoffnung, dass ich nicht auch noch wegen eines dritten Vergehens an den Eigentümerpranger gestellt werde. Tatsächlich sagte ich nichts, schlich den Weg zurück zum frisch beklebten Briefkasten, beäugte kurz das leuchtend rote Werbe-Warnschild darauf und holte meine Post. Fast hatte ich Angst dort ein Pamphlet mit meinen bisherigen Verfehlungen vorzufinden. Oder eine Eigentümer-an-schluderige-Mieter-Verfassung, die mir meine Vermieterin leider bei Unterzeichnung des Mietvertrags vorenthalten hatte und in der ich dann alle wichtigen Verhaltenscodices für die Wohnanlage finden würde.

Den Weg vom Briefkasten über die Haustür in den dritten Stock zu meiner Wohnung legte ich schnellen Schrittes und mit gesengtem Kopf zurück und atmete erst auf, als sich meine Wohnungstür hinter mir schloss. Fast beschlich mich ein Gefühl der Wertlosigkeit ob ich denn überhaupt die Eignung hätte, in diesem Haus wohnen zu dürfen. Zum Glück schlich dieser Gedanke schnell weiter.

Tatsächlich sitze ich jetzt hier und überlege, ob ich der Eigentümerversammlung eine Rechnung über mein Frau L. zum Opfer gefallene Bitte-keine-Werbung-Schild schreiben sollte. Hat schließlich auch etwas gekostet. Ok, ich selbst habe dafür nichts bezahlt sondern es vom Bagelmann geschenkt bekommen, der Mann kauft sowas ja gleich als erstes ein, wenn ein Umzug ansteht. Ich würde in 10 Jahren nicht daran denken und da in der Packung immer gleich fünfzig Stück oder so sind, war ich Nutznießerin, denn pro Wohneinheit hat man ja meistens nur einen Briefkasten. Also, wenn ich mich dann schon mit den eigentümlichen Nachbarn hier anlege und eine Rechnung über Einsfuffzig schreibe, werde ich gleich auch noch darum bitten, mich zukünftig vorher anzusprechen, wenn sich nochmal jemand befähigt fühlen sollte einfach etwas an den mir mietvertraglich überlassenen Objekten abzuknibbeln oder zu verändern.

Echt jetzt mal.

Im Weltraum ist alles leichter

Wäre ich ein Astronaut, dann würde ich in erster Linie leichter sein. Nicht dünner oder so, sondern alles wäre durch die Schwerelosigkeit aufgehoben. Nichts ist mehr fest, alles schwebt. Ich würde durch das All gleiten und die Erde aus der Entfernung als Ganzes betrachten. Ich würde einen Raumanzug tragen und so eine überdimensionierte Glaskugel mit Sichtschutz auf dem Kopf balancieren. Vielleicht würde ich dann auch erkennen, wie groß das Große und wie ganz das Ganze wirklich ist und was es bedeutet, das alles.

Denn jetzt gerade sitze ich hier, nach 47 Jahren auf diesem wunderschönen Planeten, und fühle mich das erste Mal gestrandet und so als wüsste ich nichts mehr. Nicht mehr wohin, nicht mehr weshalb, nicht mehr wann. Nach ganz vielen wunderschönen Jahren mit Erfahrungen die mich bereichert haben, nach Erlebnissen, die mich geprägt haben, nach hunderttausenden Dingen, an denen ich mich erfreut habe, und ganz vielen anderen, die mich wütend, traurig und unbeherrscht haben werden lassen, bin ich grade mutlos, absichtslos, trotzdem ganz und gar nicht schwerelos.

Als Astronaut hätte ich bestimmt ganz andere Dinge zu tun, als über mich und die äußeren Umstände nachzudenken. Da wäre ich schon perfekt und würde gut funktionieren. So mit allem würde ich gut funktionieren, mit dem da drinnen und dem da draußen. Ich müsste einen kühlen Kopf haben, wenn ich in meiner Kapsel die Erde auf einer Umlaufbahn umschwebte und auf einmal ein unvorhergesehener Alarm losschlagen würde. Eine atmosphärische Störung, auf die meine empfindlichen Geräte sofort reagieren und ich dann natürlich auch. Aber nicht mehr so wie hier auf der Erde, also plötzlich und unbeherrscht und laut und so. Nein. Ganz anders. Ruhiger, in blau, ganz kühl.

Als Astronaut würde ich mich fühlen wie ein Schmetterling, der leicht dahinfliegt auch wenn die Luft dünner wird. Ich wüsste als Weltraumreisender, wie man alle Wogen glättet und würde durch das All, welches dann mein Lebensraum ist, wie ein geübter Tänzer auf dem Seil balancieren. Ich würde weise handeln und ruhig bleiben, wenn der Sturm kommt. Ich würde träumen und denken und mich dann dabei verlieren, wie ein Kind beim Spielen. 

Tatsächlich werde ich wohl niemals Astronaut. Ich habe Angst vor der Höhe und fliege gar nicht gerne. Also werde ich hier auf der Erde weiter versuchen Leichtigkeit zu erlangen, zu lieben und zu lachen als wäre es ein Kinderspiel. Aus meinen Lebenskreisen werde ich eine Spirale formen, nur um nicht immer wieder am selben Punkt anzukommen und immer wieder neu anzufangen wie bisher. Eine Spirale, ein buntes Windspiel, das sich um die eigene Achse dreht. Und an die Seitenränder hänge ich Glitzerbänder und Lametta, welche sich in der Sonne spiegeln. Und ich schaue es mir an und dann würde ich schweben, als wäre ich im All. Nur halt geerdeter, irgendwie.

Aluphobie

Ich gehöre zum Glück nicht zu den Menschen, die unter irgendeiner Form von Angststörung leiden. Auch möchte ich mich weder lustig machen noch Phobien ins Lächerliche ziehen. Dieses schon mal vorweg geschickt.

Aber jedes Mal wenn ich Medikamente nehmen muss, was zum Glück auch eher selten ist, und es keine Globuli sind oder Cremes zum Einreiben der Haut oder der Nasenschleimhäute, habe ich Angst, den kleinen fitzeligen Alukreis, der beim Ausdrücken aus der Blisterpackung entsteht, mitzuschlucken. Also, dass ich die Tablette oder die Kapsel (und in dem Fall wäre es ja kein Alukreis, sondern ein Aluei oder Aluamericanminifootball) inklusive Verpackung so herausdrücke, dass er von mir unentdeckt am Medikament klebt und ich eine ungewollte Portion Metall esse.

Tatsächlich stopfe ich die Dosis anwasauchimmerfürPillen gleich immer in den Mund ohne zu gucken und schlucke meine Medizin tapfer mit mehr oder weniger Flüssigkeit hinunter und lustigerweise überkommt mich die Angst immer erst dann, wenn alles schon die Speiseröhre runter ist und somit zu spät, aber trotzdem muss ich mir jedes Mal schnell noch die Verpackung ansehen und bin jedes Mal erleichtert, den Aluausdrückrest noch an Ort und Stelle hängen zu sehen und ihn nicht in meinem Magen zu wähnen oder zu fühlen, wie das Metall langsam die Speiseröhre runterrutscht.

Ich glaube zwar nicht, dass ich selbst wenn ich mal ein wenig Alufolie mitschlucken würde arge gesundheitliche Probleme bekäme, dennoch empfinde ich den Gedanken, kleine Minialukreise zu essen als unangenehm. Menschen meines Jahrgangs mit zumindest einer Amalgamfüllung erinnern sich sicherlich noch daran, wie unangenehm es sich anfühlt, auf ein Stück Alufolie zu beißen. Aber vom Verschlucken ist glaube ich noch niemand ernsthaft krankgeworden. Hier regelt die Natur sicherlich wie immer alles, getreu dem Motto: Sh** in, sh** out.

Ich habe nachgeschaut, ob meine vermeintliche Phobie schon amtlich erwähnt, klinisch nachgewiesen und entsprechend erforscht wurde und bin bei meiner Recherche, die zugegebenenermaßen eher sproadisch und nicht sehr fundiert erfolgte, nur auf eine ähnlich klingende Angst gestoßen, die Aulophobie, die übertriebene Angst vor Flöten. Diese kann sich auch auf den Klang von Flöten erstrecken und sogar auf Orte, an denen Flötenklänge zum Einsatz kommen. In einigen Fällen haben Betroffene sogar Angst vor Menschen, die Flöten besitzen.

Ich mag Flöten und kann sogar ganz leidlich Blockflöte spielen. Das einzige Instrument, welches ich wirklich in langen Stunden erlernt habe, neben den sporadischen Versuchen auf der Gitarre und ein paar Übungen auf der Querflöte. Mein Vorsatz, Akkordeon zu lernen ist leider dem Theaterspielen zum Opfer gefallen und auch auf meinem Keyboard, welches ich mir extra angeschafft hatte um mich endlich mal bei eventuellen Gesängen selbst begleiten zu können und welches ich jahrelang an eine Freundin verliehen hatte, spielt momentan nur der Sohn vom Bagelmann, hin und wieder.

Jedenfalls, saß ich letzen Freitag mit einem Kollegen vor dem Wirtshaus „Grollander Krug“ in Bremen auf einer Bank, wir waren zuvor mit ca. 120 weiteren Kollegen auf Kohltour gewesen. Als ich davon erzählte, dass ich C-Blockflöte spielen kann und dieses auch immer mit meiner Schwester, die F-Flöte gespielt hat, zu Weihnachten zweistimmig und mit einer Flasche Rotwein vom Heiligabendschmaus intus getan habe, haben wir spontan und von Gin Tonic beschwipst das wunderschöne Weihnachtslied „Maria durch einen Dornenwald ging“ durch die Bremer Nacht gegrölt. Zweistimmig. Ohne Flöten.

Ich hoffe, dass sich das mit meiner Aluphobie gibt, oder nicht schlimmer wird. Vielleicht ist es auch gar keine Phobie, sondern nur ein Spleen. Darauf noch eine Tablette Glücksgefühl. Prost!